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Kritik: Amazonia - Abenteuer im Regenwald (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Der große tropische Regenwald am Amazonas, das grüne Vermächtnis unseres Planeten": Im Schlusswort offenbart sich noch einmal die Liebe zur Natur, die diesen spektakulären französisch-brasilianischen Film durchzieht. Mit seinen einzigartigen 3D-Aufnahmen und einem Kapuzineraffen als Identifikationsfigur bietet er eine quasi sinnliche Entdeckungsreise durch den Dschungel. Fiktive Elemente mit trainierten Tieren sorgen dafür, dass aus dem Dokumentarfilm ein emotionales Roadmovie, eine tierische Zurück-zur-Natur-Geschichte wird.

Mit seinen putzigen, oft menschlich wirkenden Gesten ist Saï von Anfang an ein Sympathieträger. Er staunt, er lernt, er meistert Gefahren und stößt schmerzlich an seine Grenzen. Die ständigen Herausforderungen im Regenwald lassen ihn jeden Augenblick mit einer in Gefangenschaft nie gekannten Intensität erleben. Saï begegnet vielen Tieren: Ameisenbären, einem zu Scherzen aufgelegten Flussdelfin, einer gefräßigen Anaconda, dem nicht minder gefährlichen Harpyienadler und dem König der Jäger – dem Jaguar. Seine Abenteuer auf dem Fluss oder auf der Flucht vor Verfolgern bieten spannende 3D-Action.

Aber ebenso interessant ist die Erkundung des halbdunklen Dickichts: Man staunt immer wieder, wie es die Kameraleute geschafft haben, in diesem Gewirr von Blättern und Lianen zu filmen. Die aufwändige Inszenierung sorgt für einmalige Erlebnisse und bleibt dabei weitgehend, wie ein gutes Rezept, das Geheimnis der Macher. Trotz seiner vielen gestellten Elemente, die beinahe unmerklich eingestreut sind, behält der Film aber seine streng naturkundliche Orientierung. Regisseur Thierry Ragobert hat bereits mit "Der weiße Planet" eine Dokumentation gedreht, die sich in die große Tradition des französischen Naturfilms einreiht.

In "Amazonia" erklärt ein männlicher Off-Kommentator unaufdringlich, wie es Saï geht, wonach er sucht, und steuert Fakten über den Regenwald bei. Man erfährt, dass es auch dort einen Jahreszyklus gibt und der Waldboden monatelang überflutet ist. Oder dass das Faultier gut schwimmen kann. Und fühlt sich mit jedem neuen Tag an der Seite von Saï in diesem wilden Paradies ein bisschen heimischer. Wunderbare Zeitraffer-Aufnahmen von Sonnenaufgängen über den Baumkronen und Panoramen des mäandernden Flusses vervollständigen diesen beeindruckenden Film. Mit seiner pädagogischen Intention, emotional und informativ Verständnis für einen schützenswerten Lebensraum zu wecken, eignet er sich auch gut für ein junges Publikum.

Fazit: Der Abenteuertrip eines Kapuzineräffchens durch den brasilianischen Regenwald ist eine originelle Mischung aus Dokumentation und fiktiven Elementen, die diesem aufwändigen 3D-Naturfilm eine besondere Faszination verleiht.





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