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The Crow - Die Rache der Krähe
The Crow - Die Rache der Krähe
© Studiocanal

Kritik: The Crow 2 - Die Rache der Krähe (1996)


Ein auf tragische Weise getöteter Brandon Lee spielte einen auf tragische Weise getöteten Musiker in der ersten "Krähe" und gab dem Werk eine gesunde Würze - eine schaurige Art von Atmosphäre, Poesie und Surrealismus, ganz im Sinne der Comicvorlage. Diese Faktoren, in Verbindung mit der sehr guten schauspielerischen Leistung von Brandon Lee, machten 1994 aus einem mittelprächtigen Kultfilm für Liebhaber des Genres unversehens einen 50-Millionen-Dollar-Kassenschlager. Wen wundert es da, daß in Anbetracht solcher Summen nun mit der zweiten "Krähe" zwangsläufig der Nachfolger in dieKinos kommt.
Wie so oft ist es auch in diesem Fall nicht verwunderlich, daß die Qualität der "Rache der Krähe" nicht annähernd an die des Originals heranreicht. Abgesehen von ein paar poetischen Untertönen kommt uns der Film wie eine Reihe Kotelett beim Schlachter vor: zerhackt Mangelhafte Regie und schlechtes Drehbuch machen aus der "Krähe" ein gutes Musikvideo, aber einen eindeutig langweiligen, langatmigen, Gewalt zelebrierenden Kinofilm.
Vincent Perez hat die undankbare Aufgabe, einen liebenden Vater zu spielen, der mit Hilfe einer ominösen Krähe zum Leben erweckt wird, um Rache zu üben an der brutalen Gangsterbande, die ihn und seinen Sohn sinnlos tötetet. Ihm zur Seite steht Mia Kirshner ("Exotica") als engelhafte, geheimnisvolle Frau, die ihn bei seiner Reinkarnation als allmächtiger Rächer - die Krähe - begleitet und ihn durch das Dickicht des quasi post-nuklearen Los Angeles dirigiert. Produktionsnotizen zufolge sollte Kirshners Filmfigur das um ein paar Jahre gealterte Mädchen aus dem ersten Film sein. Dies und die Tatsache, daß uns Drehbuchautor David S. Goyer jegliche Information bezüglich des zerstörten LA vorenthält, veranschaulicht deutlich den Mangel dieses "Bin ich nun tot oder nicht?"-Films.
Die Aneinanderreihung von etwas zu lang geratenen Musikvideos und die monotone Abfolge von "Heute erschießen wir wieder eine paar echt böse Jungs"-Sequenzen wird einzig und allein durch den Auftritt der Punk-Ikone Iggy Pop in der Rolle des Curve erhellt - eine Rolle, ihm auf den Leib geschrieben scheint. Es fällt nicht schwer, ihm dank seines kantigen, rauhen Gesichts und seiner sehnigen Muskeln unter der straffen tätowierten
Haut den wahnsinnigen Psychopathen abzunehmen.
Konnte man im ersten Teil aufgrund unvorhergesehener Ereignisse verstehen, daß das vorhandene Filmmaterial im wahrsten Sinne zusammengeklebt wurde, so ist dies in der aktuellen "Krähe" unverzeihlich. Hier werden gute Schauspieler und die gute Idee der Schwarzweiß-Comicvorlage von James O'Barr verschwendet.

Dieser "Krähe" bleibt nur noch die Möglichkeit, im Windschatten des Originals zu fliegen - ohne Herz - ohne Seele - ohne Flügel.





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