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Leave It on the Floor
Leave It on the Floor
© Salzgeber & Co

Kritik: Leave It on the Floor (2011)


Im Jahr 1990 porträtierte die US-Filmemacherin Jennie Livingston in ihrer gefeierten Dokumentation "Paris is burning" die schillernde Ballroom-Subkultur New Yorks mit all ihren Drag Queens, Transgendern und Paradiesvögeln. Mit seinem Kinodebüt "Leave it on the floor", das in der afro-amerikanischen Ballroom-Szene von Los Angeles spielt, beweist Regisseur Sheldon Larry, wie aktiv und schillernd diese Szene in den US-amerikanischen Großstädten nach wie vor ist. Sein Film ist auch als Hommage an diese Subkultur zu verstehen, die so vielen, aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verstoßenen und vertriebenen Jugendlichen, eine neue Heimat bietet. "Leave it on the floor" ist ein buntes, schwungvolles Kino-Musical, das vor Energie nur so strotzt aber auch ernste Töne anschlägt und somit auf die schwierige Situation dieser Jugendlichen aufmerksam machen will. Für die eindrucksvollen Gesangseinlagen und spektakulären Choreografien konnten Kimberly Burse und Frank Gatson Jr. gewonnen werden, die beide dem Team um Weltstar Beyoncé Knowles angehören.

Der Musical-Film "Leave it on the floor" bietet keine besonders ausgeklügelte oder vielschichtige Handlung und auch dramaturgisch setzt der Film nur wenig Akzente. Dass er dennoch in hohem Maße sehenswert ist, ist zunächst einmal den energiegeladenen, temporeichen Gesangs- und Tanzszenen zu verdanken, die sich vor keiner glitzernden Hollywood-Produktion verstecken müssen. In Abständen von nur wenigen Minuten setzen die Darsteller zu ihren perfekt durchchoreografierten Performances an und sorgen so für beeindruckende, kraftvolle Musical-Einlagen. Kein Wunder, waren mit Kimberly Burse (Songwriting) und Frank Gatson Jr. (Choreografie) doch zwei Experten aus dem Kreativ-Team um Beyoncé an der Produktion beteiligt. Zudem wird ein Großteil der Handlung über eben jene Gesangsszenen sowie die durchdachten Songtexte vermittelt und vorangetrieben, die etwa die Hälfte des Films einnehmen.

Regisseur Larry zeichnet auch ein intensives, hochinteressantes Bild dieser besonderen Szene und "Gegenkultur", die in den Großstädten in einer Art Paralleluniversum lebt und vor Glamour, Energie und Lebensfreude nur so strotzt. Die Ballroom-Szene bietet ihren "Angehörigen" neben all der Party, Pracht und Lebenslust oftmals aber auch eine zweite Heimat und einen Zufluchtsort vor gesellschaftlicher Anfeindung und Ausgrenzung. Auch das verdeutlicht der Film und nutzt somit unter seiner glänzenden Oberfläche mit all den tollen Musical-Darbietungen eben auch die Gelegenheit, um auf die schwierige Situation hinzuweisen, in der sich die betroffenen Jugendlichen in ihrem familiären Umfeld befinden.

Fazit: "Leave it on the floor" ist ein temporeiches, energiegeladenes Musical-Drama über die schillernde Ballroom-Szene von Los Angeles, das neben seinen unterhaltsamen, packenden Tanzszenen auch zum Nachdenken anregt.




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