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Brötzmann - Da gehört die Welt mal mir
Brötzmann - Da gehört die Welt mal mir
© Schueppel Films

Kritik: Brötzmann - Da gehört die Welt mal mir (2012)


Der Reiz von Uli M. Schueppels Dokumentation über Caspar Brötzmann und seine Band Caspar Brötzmann Massaker liegt in dem Kontrast zwischen den mitreißenden, energiegeladenen Konzertszenen und den ruhigen Momenten, die Brötzmann abseits der Konzertbühne und in der stillen Abgeschiedenheit der Natur zeigen. Die Bilder vom Konzert zeigen ihn voll in seinem Element. Wie in Trance und in einer Art musikalischem Delirium gibt er seine Songs, die sich irgendwo zwischen Prog-Rock, Noise und Experimentalmusik bewegen, zum Besten. Die Musik ist energisch, laut, fast ohrenbetäubend. Die Gitarren schreien, scheppern und brummen und Brötzmann bearbeitetet sein Instrument dabei stets konzentriert und präzise. Die Konzertszenen verdeutlichen nachhaltig Brötzmanns Ausnahmetalent an der Gitarre und vermitteln einen ausführlichen Eindruck von Stimmung und Atmosphäre an besagtem Abend.

Zwischen all den pulsierenden Konzertbildern zeigt die Kamera Brötzmann auch in stillen Landschaften und im Einklang mit der Natur. Der Zuschauer ist Zeuge, wie er mit seinem Instrument auf der Schulter am Strand entlang spaziert, ein entlegenes Waldgebiet durchstreift und am Lagerfeuer sitzt. Diese Szenen wirken auf den Zuschauer nach den lauten und aufwühlenden Konzertaufnahmen sanft und beruhigend, fast meditativ. Zu den Bildern hört man Brötzmann Gedichte und Songtexte aufsagen, und wie er von seiner Kindheit als Sohn eines berühmten Musikers erzählt. Er sagt, seine Musik habe etwas mit Schönheit und Zerstörung zu tun. Seine Kunst beschreibt er deshalb selbst als "musikalisch gespielte Zerstörung" und liefert damit die passende Beschreibung seiner Musik, die man nach einer Szene am Lagerfeuer in all ihrer Härte und Energie wieder zu hören bekommt.

Fazit: Die faszinierende Mischung aus mitreißenden Konzertaufnahmen und stillen Momenten, die den Protagonisten im Einklang mit der Natur zeigen, macht "Brötzman" nicht nur Fans der Hauptfigur sehenswert.




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