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Sparkle
Sparkle
© 2012 Sony Pictures Releasing GmbH

Kritik: Sparkle (2012)


Die 19-jährige Sparkle Anderson (Jordin Sparks) träumt im Detroit der 1960er Jahre von einem Leben als Star. Aber sie ist zu schüchtern für die Bühne – und will eigentlich auch ihre Mutter Emma (Whitney Houston) nicht enttäuschen, die für sie ein Leben als Pfarrersfrau vorgesehen hat. Dennoch hat sie ihre älteste Schwester Tammy (Carmen Ejogo) überredet, in einem Club mit einem Lied aufzutreten, das Sparkle geschrieben hat. Und Tammys Auftritt ist ein großer Erfolg: Sie präsentiert den Song mit ihrer hinreißenden Ausstrahlung und viel Sex-Appeal. Sofort wittert der aufstrebende Möchtergern-Manager Stix (Derek Luke) seine Chance und will die Anderson-Schwestern – die Dritte im Bunde ist die ernsthafte Dee (Tika Sumpter) – von einer Karriere im Musikgeschäft überzeugen. Unentdeckt von ihrer strengen Mutter schleichen sich die Schwestern fortan als "Sister and her Sisters" aus dem Haus – und feiern erste Erfolge.
Streng nach dem Schema Aufstieg - Erfolg - Niedergang - Comeback erzählen Regisseur Salim Akil und Drehbuchautorin Mara Brock Akil die Geschichte dieses Gesangstrios, in dessen Zentrum eigentlich die titelgebende Sparkle stehen sollte. Aber nicht nur auf der Bühne, sondern auch in dem Film stiehlt Carmen Ejogo ihr die Show. Sie verleiht der gut aussehenden Tammy – von allen "Sister" genannt – den nötigen Hauch Tragik, der unter der strahlenden Fassade durchschimmert und für den Zuschauer nachvollziehbar ist. Leider wird das dramatische Potential ihres Handlungsstrangs aber durch die Kamera-Arbeit und den Schnitt leichtfertig verspielt. Dadurch werden im Grunde genommen erschütternde Sequenzen schon nahezu unfreiwillig komisch, so dass sich statt Entsetzen lediglich Befremden einstellt. Und das ist gerade angesichts der vorhersehbaren Handlung zu bedauern.

Ohnehin gibt es innerhalb des Films nur wenig emotionale Momente. Kostüme und Ausstattung erinnern an die 1960er Jahre, bleiben jedoch letztlich nur Kulisse, in der die Darsteller agieren. Lediglich die Lieder steuern Emotionen bei. Beim Singen zeigt auch die im Grunde genommen gut in die Titelrolle passende Jordin Sparks ihre Ausstrahlung und Gefühle. In den Spielszenen bleibt die einst jüngste Gewinnerin von "American Idol" hingegen unscheinbar – und lässt sich von ihren Kolleginnen den Rang ablaufen.

Letztlich erhält "Sparkle" vor allem durch das wahre Leben einen melodramatischen Tenor. Es ist der letzte Film, den Whitney Houston vor ihrem Tod fertigstellte – und sie spielt eine gealterte desillusionierte alleinerziehende Mutter, die ihre Kinder vor dem Showgeschäft bewahren will. Wenn sie mit hörbar brüchigerer Stimme ein Lied in der Kirche singt, ihre Töchter vor den Verfehlungen und Verführungen dieser Branche warnt oder von ihrer Tochter angeschrien wird, sie hätte in ihrem eigenen Erbrochenen gelegen, dann schwingt unweigerlich der Gedanke an das Leben von Whitney Houston mit. Und dadurch erhält der Film eine Spur Traurigkeit, die die allzu konventionelle und biedere Inszenierung nicht bietet.

Fazit: "Sparkle" ist nicht der Film, der Whitney Houston ein Denkmal setzen wird. Lediglich dank der Lieder und einer bravourösen Carmen Ejogo unterhaltsam, ist "Sparkle" ein allzu formelhafter Film, der keine Überraschungen bietet.





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