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Violeta Parra - Poster
Violeta Parra - Poster
© Arsenal

Kritik: Violeta Parra (2011)


Der chilenische Filmemacher Andrés Wood legt mit "Violeta Parra" ein ebenso kunstvolles wie lehrreiches Biopic über diese bedeutende Künstlerin vor und schuf ihr damit ein adäquates filmisches Denkmal. "Violeta Parra" wurde auf dem Sundance Film Festival ausgezeichnet ging für Chile in das Rennen um den Auslandsoscar 2011.

"Violeta Parra" basiert auf der von Parras Sohn Angel verfassten Biographie über seine Mutter. In seinem Biopic geht Regisseur Wood nicht chronologisch vor, sondern reiht entscheidende Erlebnisse und Begebenheiten aus unterschiedlichen Phasen in Parras Leben aneinander. Dabei springt Wood in den verschiedenen Jahrzehnten hin und her und nähert sich auf diese Weise langsam, und nur bruchstückhaft seiner komplexen Hauptfigur. Kindheitserinnerungen schließen sich an verschiedene Stationen aus ihrem späteren Leben an. Wood beschränkt sich dabei aber ausschließlich auf die prägendsten Ereignisse im Leben der Parras: man sieht, wie sie ihre ersten Akkorde auf der vom Vater geerbten Holz-Gitarre spielt, wie sie später als eine Art Folklore-Botschafterin durch die Dörfer zieht, um die alten Volkslieder der einfachen Leute zu lernen und für die Nachwelt festzuhalten oder wie sie durch ihre Ausstellung im Pariser Louvre ihren künstlerischen Durchbruch schafft. Durch die Beschränkung auf die zentralen Begebenheiten in Parras Leben kommt "Violeta Parras" ohne Längen und Leerlauf daher und vermittelt ein stimmiges Bild einer hochemotionalen Frau, die stets auch mit dem Ruhm haderte.

In der Rolle der Violeta Parra glänzt die Schauspielerin Francisca Gavilán. Schon optisch sieht sie der Künstlerin verblüffend ähnlich. Mit viel Ausdruck und schonungsloser Emotionalität verkörpert Gavilán die vielschichtige Hauptfigur. Vor allem gelingt es ihr, die zunehmend labilere Persönlichkeit der "späten" Parra darzustellen, die trotz ihrer emotionalen Probleme und gesundheitlichen Einschränkungen (Depression) dennoch stets als unheimlich starke Frau erscheint, der es vor allem um eines ging: um das Bewahren des folkloristischen Erbes ihrer Heimat. Und dies macht "Violeta Parra" ohne Zweifel deutlich, sind doch weite Teile des Films mit der melancholischen Musik der großen Künstlerin unterlegt oder man wird Zeuge von einem der vielen emotionalen Auftritte, mit denen Parra ihr Publikum begeisterte.

Fazit: "Violeta Parra" ist das vielschichtige Porträt einer großen Künstlerin, deren Bedeutung für die lateinamerikanische Kultur nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.





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