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Kritik: The Bling Ring (2013)


Eine Einbruchserie in Los Angeles. Zwischen Oktober 2008 und August 2009 wird bei Prominenten wie u.a. Paris Hilton, Megan Fox, Rachel Bilson und Lindsay Lohan eingebrochen, gestohlen werden Geld, Schmuck und Klamotten. Schließlich wird der "Bling Ring" oder auch "The Hollywood Hills Burglar Bunch" – so wurde die Einbrechergruppe von den Medien genannt– gefasst: Es handelt sich um fünf Teenager, die selbst aus wohlhabenden Elternhäuser stammen, und den Lebensstil der Stars kopieren wollten. Deshalb stahlen sie Wertsachen sowie Geld im Wert von über 3 Millionen Dollar. Ihre Geschichte wurde in einem Artikel in der Vanity Fair erzählt, der nun Grundlage für Sofia Coppolas Film "The Bling Ring" geworden ist.

In ihrem fünften Spielfilm erzählt Sofia Coppola von dem Leben gut situierter Jugendlicher in Los Angeles, deren größte Sorge ihr Aussehen und ihr Style ist. Für dieses oberflächliche Dasein findet sie (zunächst) eindrucksvolle Bilder: Bei einer Autofahrt schmettern Chloe und Rebecca HipHop-Songs mit, die von einem ganz anderen Leben erzählen, aber zu ihrer ‚attitude‘ passen und wenn Sam eine Waffe in einem der Häuser findet, ist es für sie nur ein weiteres Accessoire, das sie mitnehmen kann. Das ist anfangs auch reizvoll mit anzusehen – zumal beispielsweise Paris Hilton ihr Haus für die Dreharbeiten zur Verfügung gestellt hat und selbst mitwirkt.

Aber viel mehr als die Erkenntnis, dass Paris Hilton tatsächlich so zu wohnen scheint wie man es sich immer vorgestellt hat, bietet "Bling Ring" nicht. Die Jugendlichen geraten in einen Kreislauf aus Einbrüchen und Party, der mit stets ähnlichen Bildern geschildert wird und der Film bleibt an der Oberfläche, bei den sich wiederholenden Aufnahmen von glitzernden Armbändern, Kokain und schnellen Autos. Spätestens in der zweiten Hälfte langweilen die immer gleichen Bilder, zumal sich Sofia Coppola den Figuren nicht annähert.
Marc fungiert als Identifikationsfigur für den Zuschauer, er hat die größte Angst, erwischt zu werden und im Vergleich zu den anderen auch die größten Skrupel. Doch anfangs will er dazu gehören, später erscheint es dann zu spät für einen Ausstieg.
Weitaus interessanter als Figur ist Rebecca, die eigentliche Anführerin des "Bling Ring". Bei ihr ist zu ahnen, dass nicht nur Langeweile der Antrieb ist, sondern vielleicht auch eine Sucht nach dem Kick. Aber mehr als Ahnungen vermittelt der Film nicht, vielmehr bleiben die Figuren (bewusste) Karikaturen.

Sicherlich war Sofia Coppola noch nie an komplexen Charakterzeichnungen interessiert, jedoch konnte sie bisher der Oberflächlichkeit ihrer Filme stets etwas entgegensetzen – in ihren besten Filme eine Sehnsucht, die die Figuren umgibt. Doch in "The Bling Ring" bleibt sie in der Oberflächlichkeit und Redundanz gefangen. Und das ist für selbst für 90 Minuten etwas zu wenig.

Fazit: "The Bling Ring" erzählt in schönen Bildern von dem Leben Jugendlicher in Los Angeles, die eine Einbruchsserie in die Häuser prominenter Zeitgenossen unternehmen. Dabei bleibt der Film aber an der Oberfläche dieses stylishen Lebensstils.




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