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Three Days to Kill
Three Days to Kill
© Universum Film © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Three Days to Kill (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"3 Days to Kill" ist ein Film von Luc Besson, der hier als Produzent und Ko-Autor fungiert. Auf den Regiestuhl saß ein Amerikaner, der sich vollen Ernstes McG nennt und bisher Filme wie "Terminator: Die Erlösung" und "3 Engel für Charlie" gedreht hat. Seine Inszenierung ist jedoch grundsolide. Bei den Actionsequenzen - wie einer wirklich gelungenen Autoverfolgungsjagd - setzt McG wohltuender Weise nicht auf digitale Effekte und Schnittgewitter, sondern auf durchdachte Storyboards und echte Handarbeit. Mit Schauspielern wie Kevin Costner ("Jack Ryan – Shadow Recruit"), Hailee Steinfeld ("Ender's Game") und Amber Heard ("Machete Kills") stehen zudem durchaus talentierte Mimen vor der Kamera. Doch sie alle können wenig dagegen ausrichten, dass Luc Besson die Geschichte recht uninspiriert aus allseits bekannten Genre-Versatzstücken zusammengebastelt hat, wobei er sich bevorzugt bei seinem eigenen Werk bedient ("Léon - Der Profi", "96 Hours" u.v.a.). Obwohl der Culture-Clash-Humor in Bessons letztem Regie-Werk "Malavita – The Family" nur selten gezündet hat, gefiel dieser dem Auteur anscheinend selbst so gut, dass er ihn in "3 Days to Kill" auf vollkommen künstliche Weise herbeizitiert: In Ethans Abwesenheit hat eine Großfamilie aus Mali seine Pariser Wohnung besetzt und aufgrund eines besonderen französischen Gesetzes hat der Besitzer kein Recht diese vor Frühlingsbeginn rauszuschmeißen...

"3 Days to Kill" wirkt wie ein zielgruppengerechtes Produkt aus der Retorte, dass sich nur durch den gewissen Luc-Besson-Touch ein wenig von dem Einheitsbrei aus Hollywood absetzt. Dabei zeigt gerade dieser Film, dass der Inhaber des größten europäischen Produktionshauses EuropaCorp schon längst selbst Filme wie am Fließband produziert. Trotzdem ist "3 Days to Kill" mäßig unterhaltsam. Der Look stimmt. Amber Heard als die ultimative Femme fatale Vivi Delay ist definitiv sehr sexy und dermaßen over the top, dass die Comicartigkeit dieser Figur nicht wirklich stört. Ähnliches gilt analog für die starke Überzeichnung des gesamten Films. Zudem hat die Vater-Tochter-Beziehung zwischen Ethan und Zoe durchaus etwas Anrührendes. Da befindet sich der Ko-Autor und Schöpfer solcher Kultfilme wie "Léon – Der Profi" eindeutig auf seinem Terrain. So stellt die fast volljährige Zoe ihrem alten analogen Vater einen neuen trendigen Klingelton auf dessen Handy ein, der ab sofort immer dann erklingt, wenn sie ihn anruft. Natürlich passiert dies stets genau dann, wenn sich der Vater auf seiner geheimen Mission gerade in einer besonders brenzligen Situation befindet. Doch obwohl dieser Running Gag in jede harmlose RomCom hineinpassen würde, wirkt er aufgrund von Kevin Costners charmanter Verunsicherung doch irgendwie...

Fazit: "3 Days to Kill" ist eine nach Standard-Rezept erstellte Action-Komödie aus dem Hause Luc Besson, die trotzdem mäßig unterhaltsam ist.




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