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Speckles - Die Abenteuer eines Dinosauriers 3D - Poster
Speckles - Die Abenteuer eines Dinosauriers 3D - Poster
© MFA Film © Die FILMAgentinnen

Kritik: Speckles - Die Abenteuer eines Dinosauriers (2011)


"Speckles – Die Abenteuer eines Dinosauriers" ist der erste Spielfilm über Dinosaurier, der in 3D in die Kinos kommt. Der südkoreanische Film über den Überlebenskampf eines jungen Tarbosaurus von Regisseur Han Sang-ho entwickelte sich nach seinem Kinostart zum erfolgreichsten Animationsfilm in der Geschichte Koreas. "Speckles" basiert auf der wissenschaftlich angelegten Dokumentation "Die geheimnisvolle Welt der Dinosaurier - Flucht aus dem Eis", die von Super RTL in diesem Frühjahr ausgestrahlt wurde. Ebenso wie diese Dokumentation (eine britische Produktion) versucht auch "Speckles", die Lebenswelt der Urzeitgiganten in erster Linie den jungen Zuschauern näher zu bringen. Dabei verfolgt der Film jedoch einen komplett anderen Ansatz: Anstatt den Schwerpunkt auf Informations- und Wissensvermittlung zu legen, konzentriert sich "Speckles" auf seine visuellen Effekte und eine emotionale Story, die in ihren Grundzügen sehr an "König der Löwen" erinnert.

Vor über 65 Millionen Jahren beherrschen Dinosaurier die Welt. In einem Wald auf einer koreanischen Halbinsel lebt der junge Tarbosaurus Speckles mit seiner Mutter und seinen Geschwistern. Er wächst wohlbehütet auf und sehnt den Tag herbei, an dem er zum ersten Mal auf die Jagd gehen darf. Doch in der Nähe der Familie treibt ein gefräßiger, einäugiger Tyrannosaurus sein Unwesen. Es kommt, wie es kommen muss: Durch einen Angriff des T-Rex wird der junge Speckles von seiner Herde getrennt und muss fortan allein und ohne fremde Hilfe um sein Überleben kämpfen.

Die Story des Films erinnert deutlich an "König der Löwen", in dem auf ähnliche Weise ein Jungtier ohne Familie versuchen muss, in der gefährlichen Wildnis zu überleben. Die Macher von "Speckles" garnierten ihren Film mit einem hochdramatischen, action- und wendungsreichen Plot, der sich durch eine effiziente, konsequente Dramaturgie auszeichnet. Der Zuschauer wird Zeuge, wie Speckles schlüpft und das Licht der Welt erblickt, auf tragische Weise seine Mutter verliert und seinem ärgsten Widersacher – dem einäugigen T-Rex – immer wieder im Kampf gegenübersteht. Somit schafft es der Film, dass man mit dem kleinen Saurier mitfiebert, sich ihm emotional nah und verbunden fühlt und darauf hofft, dass er seinem erbitterten Feind zeigt, wer der Stärkste im Dino-Land ist. Zwar sind die hektischen Action-Szenen und die aufregenden Ereignisse nicht für die allerjüngsten Zuschauer geeignet. Dennoch: die in sich schlüssige, mitreißende Geschichte mit allen – mitunter natürlich extrem vorhersehbaren – Wendungen ist familienfreundlich aufbereitet und macht über weite Teile großen Spaß. Dafür sorgt nicht die zuletzt die gelungene technische Umsetzung, die Realfilm mit Animationen mixt. Neben den liebevoll und überzeugend animierten Sauriern, bietet "Speckles" großartige Aufnahmen von den atemberaubenden Landschaften Neuseelands. Der Film wurde an Originalschauplätzen gedreht, was ihm zusätzliche visuelle Pluspunkte einbringt. Die 3D-Effekte sorgen darüber hinaus für optische Reize.

Was "Speckles" an packender Story und gelungener visueller Umsetzung bietet, lässt er jedoch an Informationsgehalt vermissen. Als Zuschauer erfährt man nicht viel Wissenswertes und Neues z.B. über die verschiedenen Saurier-Arten oder die Insel, auf der die Handlung angesiedelt ist. Die Ereignisse und Geschehnisse auf der Leinwand werden ohne erklärende, einordnende Informationen abgehandelt. Aber "Speckles" versteht sich eben nicht als dokumentarisches Erklärstück wie es etwa beim britischen TV-Vorbild (s.o.) der Fall war, sondern als auf Unterhaltung und Optik ausgelegter Familienfilm. Und so sollte man den Film auch deuten. Dann nämlich bringt er eine gehörige Portion Spaß und Unterhaltung für junge Dino-Fans und deren Familien. Diese werden sich selbst an den teils doch sehr schmalzigen Off-Kommentaren (Speckles höchstpersönlich kommentiert alles und jeden) und dem mitunter arg pathetischen Soundtrack nicht stören. Die musikalische Untermalung – die an John Willliams "Jurassic Park"-Score erinnert – passt in all ihrer Tragik und Dramatik dann aber auch wieder gut zur emotionalen Story.

"Speckles – Die Abenteuer eines Dinosauriers" ist unterhaltsames, mit einer emotionalen Story ausgestattetes Familien-Kino, das zwar wenig informativ, dafür aber mit gelungenen Effekten und liebevoller Animation daherkommt.





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