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Kritik: Invasion (2012)


"Invasion" ist nach "Der Mann von der Botschaft" (2006) - der eine ganze Reihe von wichtigen Film-Preisen gewann - der zweite gemeinsame Film von Hauptdarsteller Klaußner ("Das weiße Band") und dem georgischen Regisseur und Drehbuchautor Dito Tsintsadze. "Invasion" ist ein zwischen surrealer Farce, schwarzhumoriger Groteske und unheimlichen Psycho-Thriller changierender Film, der über die volle Laufzeit packt und blendend unterhält, auch wenn er sich am Ende mit seinen zuweilen wirren Story-Wendungen ein wenig übernimmt.

In "Invasion" dreht sich alles um den wortkargen, eingerosteten und - seit dem Tod von Frau und Sohn - verbitterten Witwer Josef, der allein ein riesiges Haus in einem abgeschiedenen Wald behaust. Den Tod der Familie hat er noch nicht verwunden und so steht er oft am Grab und spricht davon, wie er sich nach den beiden "sehnt". Das Grab ist auch der Ort, an dem Josef die attraktive Nina trifft. Zu Beginn sieht Josef seine Besucher als willkommene Abwechslung, die Gesellschaft der drei Gäste in seinem Haus tut ihm gut und bringt ihn auf andere Gedanken. Mit fortschreitender Dauer des Films, gewinnt "Invasion" dann auch allmählich an bedrohlicher Spannung und Atmosphäre. Dabei gelingt es Regisseur Tsintsadze außerordentlich gut, die anfänglichen Befürchtungen des Publikums - die allein der unheilvolle Film-Titel bereits geschürt hat - klug zu füttern.

Die Situation wird immer konfuser und auch die merkwürdigen Ereignisse auf dem Grundstück und in dem Haus häufen sich, als auch noch Konstantin, der zwielichtige Freund von Nina, bei Josef einzieht. Denn Konstantin bleibt nicht der letzte der Invasoren, die Josef im eigenen Zuhause immer stärker einschränken und ob der seltsamen Geschehnisse bei Josef (und dem Zuschauer) für fortschreitende Desorientierung sorgen. "Invasion" punktet dabei immer wieder mit surreal anmutenden Szenen und Vorkommnissen, etwa, wenn allesamt am Tisch sitzend im Chor ein deutsches Volkslied anstimmen oder wenn Josef mit seinen Gästen halbnackt im Wohnzimmer herumtollt und - im Alkoholrausch und in ausgelassener Stimmung - eine Party feiert. Diese Momente sorgen beim Zuschauer für Verwirrung und man fragt sich, welch verrückte Bagage sich der Witwer da eigentlich in sein Haus geholt hat - und nun nicht mehr los wird. Die Situation droht endgültig zu eskalieren, als die erotischen Stimmungen und Spannungen, die von Beginn an spürbar sind, in fatale Handlungen münden. Über weite Strecken ist "Invasion" daher ein großartig gespielter, höllisch spannender Film geworden, der sich am Schluss, wenn sich die Ereignisse überschlagen, leider ein wenig verheddert. Am Ende münden das sexuelle Begehren und die stets präsente Eifersucht unter den Protagonisten in eine unheilvolle und Furcht einflößende Stimmung, die sich in Form von Mord und Totschlag brutal entlädt.

Fazit: "Invasion" ist eine extrem spannende und unterhaltsame Mischung aus Psycho-Thriller, schwarzhumoriger Groteske und surrealen Elementen, der am Ende durch das konfuse Finale ein wenig die Puste ausgeht. Die famosen Darsteller und die starke bedrohliche Atmosphäre vor allem ab der zweiten Filmhälfte machen ihn dennoch sehenswert.





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