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Dido Elizabeth Belle
Dido Elizabeth Belle
© 20th Century Fox

Kritik: Dido Elizabeth Belle (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die britische, von der BBC mitentwickelte und finanzierte Produktion ist der erste Kinofilm der Regisseurin Amma Asante seit ihrem viel beachteten Drama "A way of life" von 2004. Der Film feierte seine Premiere im September 2013 auf dem Toronto International Film Festival und kommt nun mit einem Jahr Verspätung auch in die deutschen Kinos. "Dido Elizabeth Belle" ist auch die erste Kinohauptrolle der jungen Darstellerin Guru Mbatha-Raw, die bisher nur kleine Nebenrollen in Filmen wie "###f- 2990104###" oder "Larry Crowne" übernahm. Auch dank ihres starken, glaubwürdigen Spiels ist das prächtig ausgestattete und opulente Historien-Drama überdurchschnittlich gelungen und in jedem Fall sehenswert. Auch weil es die damals vorherrschenden gesellschaftlichen Hauptprobleme (Rassismus und die Folgen von Kolonialismus) glaubhaft aufzeigt.

"Belle" entwirft ein plausibles, realistisches Bild jener Tage im England in der Mitte des 18. Jahrhunderts, in denen Standeszugehörigkeit und Wohlstand entscheidend für den jeweiligen Lebenswandel und -weg eines Menschen waren. Jene Zeit war geprägt von Klassenkämpfen, gesellschaftlichen Anfeindungen aufgrund von Herkunft und Hautfarbe sowie einem im ganzen Land grassierenden Rassismus, der alle Gesellschaftsschichten durchzog. Diese Aspekte sind von den frühen Jahren der Dido Elizabeth Belle an ständige Begleiter des Alltags der charismatischen "Mischlingsfrau", die sich im Laufe der Jahre erst ihr Selbstvertrauen und Selbstverständnis mühsam aufbauen und erkämpfen muss.

Diese mitunter arg düstere, dunkle Epoche in der Geschichte des britischen Königreichs, erweckt Regisseurin Asante auch dank eines großartigen Produktionsdesigns zum Leben. Die gesamte Optik und Ausstattung des Films, von den edlen Kostümen über die prachtvollen Villen bis hin zu den vielen kleinen, liebevollen Details wie etwa dem Tafelsilber, Schmuck oder der Inneneinrichtung der Häuser, zeugen von großer Akribie und Detailgenauigkeit. Dieser hohe Grad an Authentizität ist eine der großen Stärken des Films und wird Fans von üppig ausgestatteten Kostüm- und Historienfilmen in helle Begeisterung versetzen.

Auf darstellerischer Ebene überzeugen in erster Linie die großartige Hauptdarstellerin Guru Mbatha-Raw als mutige, kämpferische Hauptfigur, die sich ihren Platz in der Gesellschaft in einer schwierigen Zeit eindrucksvoll erkämpft. Tom Wilkinson beweist in seiner Rolle als strenger, mitunter arg eisern auftretender, aber stets um das Wohl seiner Familie besorgter Adelsmann, dass er nach wie vor zu den führenden Charakterköpfen im britischen Kino zählt.

Fazit: Famos ausgestatteter, stark bebilderter Historienfilm mit überzeugenden Darstellern über eine düstere Epoche in der Geschichte des britischen Königreichs.




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