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The Ghostmaker
The Ghostmaker
© Kinostar © Los Banditos Films GmbH

Kritik: The Ghostmaker (2011)


"The Ghostmaker" ist einer der ersten Kinofilme der Filmproduktionsfirma After Dark, die mit dem After Dark Horrorfest auch ihre eigenen Filmfestspiele veranstaltet. Regie führte der Italiener Mauro Borrelli, der Mitte der 90er-Jahre seine Heimat Richtung USA verließ, um dort als Regisseur sein Geld zu verdienen. In den ersten Jahren arbeitete er als Ausstatter bei einigen Hollywood-Großproduktionen wie z.B. "Planet der Affen" oder "Fluch der Karibik" bis er 2000 mit seinem zweiten Film "Goodbye, Casanova" erste Aufmerksamkeit erregte. "The Ghostmaker" ist sein mittlerweile fünfter Spielfilm, der als Verschnitt aus "Flatliners" und "Hollow Man" versucht, als atmosphärischer, spannender Grusler zu überzeugen. Leider gelingt dies dem Film nicht. "The Ghostmaker" ist nicht mehr als ein mittelprächtiger Horrorfilm von der Stange, dessen vielversprechende Grundidee durch eine Vielzahl an Klischees zunichte gemacht wird.

Die Idee von der Maschine, die einen – losgelöst vom Körper – als Geist umherspuken und durch Wände und Türen hindurch gehen lässt, ist auf den ersten Blick gar nicht mal so übel und hätte durchaus das Potential gehabt, daraus einen effektvollen Gruselfilm zu machen. Leider verschenkt Regisseur Borrelli diese Chance, indem er mit seinem Film eine ganze Reihe an ärgerlichen Klischees erfüllt und altbekannte Stereotype auffährt. Das beginnt schon bei den Hauptfiguren Kyle und Sutton, die beide gute (und altbekannte) Gründe haben, um die neuen Möglichkeiten der Maschine voll auszunutzen. Kyle ist hoch verschuldet und nutzt sein Gespenster-Dasein dazu, um an das Geld zu kommen, das er dem Dealer Marcus noch schuldet. Wenn Sutton sich als Geist auf den Weg zu Kyles Freundin Julie macht, ist er auf wundersame Weise von seiner Lähmung geheilt und kann schon bald nicht mehr aufhören, Gebrauch von dem mittelalterlichen Sarg zu machen. Die Art und Weise, wie Sutton – geschützt durch die Unsichtbarkeit – seinen voyeuristischen Neigungen nachgeht, erinnert doch stark an Kevin Bacon in "Hollow Man", der als Unsichtbarer der hübschen Elizabeth Shue nachstellte. Dazu mangelt es den Darstellern an schauspielerischen Fähig- und Möglichkeiten, um emotionale Tiefe und damit ein Mitgefühl beim Zuschauer entstehen zu lassen.

Das geringe Budget von einer Millionen Dollar sieht man dem Film vor allem in jenen Momenten an, wenn CGI-Effekte zum Einsatz kommen. Wenn Gevatter Tod persönlich vorbeischaut, werden die Protagonisten mit einem schlecht animierten Wesen konfrontiert, das anstelle von Augen Zahnräder hat und alles andere als furchterregend daherkommt. Einen ersten Vorgeschmack auf dieses "Wesen" liefert das Plakat des Films, auf dem der Sensenmann bereits zu sehen ist und finster dreinblickt. Was auf dem Plakat zumindest noch einigermaßen funktioniert und einen gruseligen Eindruck hinterlässt, kommt im Film leider wenig angsteinflößend und eher unfreiwillig komisch daher. Ebenso enttäuschend sind die weiteren Computereffekte geraten, z.B. wenn die drei Freunde in Geisterform ihr Unwesen treiben. In diesem "Zustand" wandeln sie – umgeben von blauem Dunst – umher, dazu tragen sie weiße Kontaktlinsen und sind umschlossen von Seifenblasen-ähnlichen Kugeln, die um sie herumschweben. Dieser Effekt geht leider auch nach hinten los und wirkt letztlich ebenso amateurhaft wie die übrigen Computer-Animationen. Einen positiven Eindruck hinterlässt hingegen der düstere Soundtrack von Christopher Young ("Spider-Man 3"), der zumindest für ein wenig unheilvolle Stimmung sorgt, vor allem, wenn die Freunde die Maschine betätigen und die schauerliche Spieluhr-Melodie ertönt.

Fazit: "The Ghostmaker" ist leider nicht mehr als ein konventioneller Geister-Grusler mit klischeebehafteten Protagonisten von der Stange und amateurhaften CGI-Effekten. Die Idee des Films sowie der unheilvolle Soundtrack überzeugen hingegen.




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