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The Iran Job
The Iran Job
© www.theiranjob.com

Kritik: Der Iran Job (2012)


"The Iran Job" ist die spannende Dokumentation des Filmemacherpaares Till Schauder und Sara Nodjoumi, die einen Sportler ein Jahr bei dem Versuch begleitet haben, in einem fremden Land (beruflich wie privat) Fuß zu fassen. Darüber hinaus macht der Film deutlich, wie weit der Iran noch von einer gleichberechtigten Gesellschaft entfernt ist. Schauder und Nodjoumi nahmen kurz nach der Ankündigung Ahmadinedschads, Israel zerstören zu wollen, Kontakt mit Sheppard auf. Zu dieser Zeit befand sich der Basketballspieler kurz vor der Vertragsunterzeichnung beim iranischen Verein A.S. Shiraz. Die beiden Filmemacher führten ein Skype-Telefonat mit Sheppard, in dem sie von ihrer Idee erzählten, den Sportler beim "Abenteuer Iran" mit der Kamera begleiten zu wollen. Sheppard zeigte sich begeistert von dem Vorhaben und schon kurz darauf begann man mit den Dreharbeiten.

Die große Stärke von "The Iran Job" ist es, das Hauptaugenmerk nicht auf das Sportliche zu beschränken. Natürlich ist der Film zu aller erst ein fesselndes Porträt, das Sheppards Werdegang beim neuen Verein für den Zuschauer hautnah festhält. So ist die Kamera dabei, wenn sich der junge Basketballspieler auf den Weg in den Iran macht, zeigt ihn beim Training mit den neuen Mannschaftskollegen oder wie das Publikum bei den Spielen förmlich ausrastet, wenn der Neueinkauf aus den USA am Ball ist. "The Iran Job" zeigt ihn dabei aber immer auch in privaten und höchst emotionalen Momenten, z.B. beim Online-Telefonat mit der Frau oder am Heiligen Abend, den er gemeinsam mit seinem Zimmergenossen und Mannschaftskollegen verbringt. Die manchmal ein wenig naive aber stets neugierige und aufgeschlossene Art von Sheppard sorgt dafür, dass der junge Mann dem Zuschauer bereits nach wenigen Minuten ans Herz wächst.

Daneben behält "The Iran Job" aber auch den Alltag und die Lebenswirklichkeit der iranischen Bevölkerung genauestens im Blick und verdeutlicht, was politische Kontrolle und Zensur im Iran bedeuten. Aus diesem Grund ist "The Iran Job" mehr als nur eine Sport-Dokumentation. Im Laufe der Wochen in der neuen Heimat, macht Sheppard die Bekanntschaft mit drei Iranerinnen, die extrem selbstsicher und unabhängig daherkommen. Durch die drei Frauen entwickelt sich Kevins Wohnung zu einem Ort lebhafter Diskussionen und Streitgespräche über Themen wie Religion, Politik und die Rolle der Frau im Islam. Diese intensiv geführten Gespräche verdeutlichen, wie frauenfeindlich die von Männern dominierte Gesellschaft im Iran nach wie vor ist und zeigen einmal mehr auf, dass sich die Menschen dort vor allem nach Freiheit und Frieden sehnen.

Fazit: "The Iran Job" begleitet einen amerikanischen Basketballspieler bei seinem einjährigen sportlichen Engagement im Iran. Herausgekommen ist ein fesselndes Sportler-Porträt, das auch einen ausführlichen Blick auf den Zustand der iranischen Bevölkerung und die Situation der Frau im Iran wirft.





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