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Cannibal Diner
Cannibal Diner
© Mondaymovies

Kritik: Cannibal Diner (2012)


Der Backwood-Slasher "Cannibal Diner" ist der zweite Spielfilm des deutschen Filmemachers Frank W. Montag. 2007 erregte er erste Aufmerksamkeit mit dem Horrorfilm "Slasher", einer Hommage an Filme wie "Texas Chainsaw Massacre" und "Freitag, der 13.". Ähnlich wie bei "Slasher" musste Montag auch bei "Cannibal Diner", der zu weiten Teilen im nordrhein-westfälischen Velbert gedreht wurde, mit einem Mini-Budget auskommen. Dem Regisseur stand im Vorfeld der Produktion lediglich ein Betrag von 125.000 Euro zur Verfügung. Ein Umstand, der sich letztlich leider auch in der Qualität des Films niederschlug, der nicht mehr ist als ein günstig produzierter Indie-Horrorfilm ohne Überraschungen, der das allseits bekannte Slasher-Programm abspult und nur für hartgesottene Genre-Fans interessant sein dürfte.

Das Beste an "Cannibal Diner" ist der Versuch von Regisseur Montag, eine unheimliche, dem Genre angepasste Atmosphäre des Grauens zu schaffen. Er kreiert eine düstere Bildsprache, die dem Film eine unheilvolle Stimmung verleiht. Vor allem die Szenen, die Kati dabei zeigen, wie sie alleine im Wald umherirrt und schließlich auf die hungrige Kannibalen-Familie trifft, verursachen durchaus Nervenkitzel und lassen den Zuschauer mit der Hauptfigur um deren Überleben bangen. Montag setzt hier auf extrem dunkle, schattige Bilder und die visuelle Kraft des Films findet ihren Höhepunkt im packenden Nachtsichtgerät-Finale, das in fast absoluter Dunkelheit spielt. Die gelungene Atmosphäre des Films und die düsteren Bilderwelten sind dann aber auch schon das einzig gelungene an diesem Low-Budget-Slasher.

Inhaltlich bietet der Film nichts Neues und handelt abgedroschene Genre-Muster ab. Er erzählt eine gängige, schon zu oft gesehene Geschichte von jungen, dazu überaus attraktiven Hauptfiguren, die sich mitten im Nirgendwo einer Gruppe von bestialischen Hinterwäldlern ausgesetzt sehen. Auch auf dramaturgischer Ebene gibt es kaum Lichtblicke. "Cannibal Diner" ist zu weiten Teilen in Handlung und Spannungsbogen vorhersehbar und wärmt lediglich vertraute Slasher-Kost im Stile von "Wrong Turn" oder "House of Wax" auf. Auch was die darstellerischen Leistungen anbelangt, sollte man ohne jegliche Erwartungshaltung an den Film rangehen. Die Hauptdarstellerinnen bieten nicht mehr als ein attraktives Äußeres und eignen sich daher perfekt als willenloses, unterbelichtetes Futter und Frischfleich für die hungrige Kannibalen-Meute. Die beschränkte Schauspiel-Kunst ist dabei auch nicht allzu verwunderlich, da ausschließlich auf unerfahrene Darstellerinnen zurückgegriffen wurde, die man über Inserate in Internet-Plattformen sowie über zwei große Castings rekrutierte. Wer seine Freude an klischeehaftem Slasher-Stoff vom Reißbrett hat und gefallen daran findet, wenn hübsche Model-Körper minutenlang durch die tiefsten Wälder gejagt werden, könnte aber tatsächlich Gefallen an "Cannibal Diner" finden.

Fazit: Der Backwood-Slasher "Cannibal Diner" bietet neben einer gelungenen, stimmungsvollen Bildsprache lediglich altbekannte Genre-Muster, eine vorhersehbare Handlung und talentfreie Darstellerinnen. Der Film ist daher nur für hartgesottene Fans des Genres geeignet.




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