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Eine Dame in Paris
Eine Dame in Paris
© Arsenal

Kritik: Eine Dame in Paris (2012)


"Eine Dame in Paris" ist der zweite Film des estnischen Drehbuchautoren und Filmemachers Ilmar Raag, der vor sechs Jahren mit seinem packenden Drama "Klass – Chronik einer Katastrophe" über einen Amoklauf in einer Schule für Furore sorgte. Für die Hauptrolle in seinem neuesten Film konnte er mit Jeanne Moreau die Grande Dame des französischen Kinos gewinnen, die in "Eine Dame in Paris" einmal mehr ihre schauspielerische Klasse und hohe Leinwand-Präsenz unter Beweis stellt. Mit "Eine Dame in Paris" gelingt Regisseur Raag ein sensibel erzähltes und großartig gespieltes Drama über zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und am Ende aber doch voneinander profitieren.

Schon mit seinem Erstling "Klass" bewies Regisseur Raag sein Talent für anrührendes Erzählkino, das unsentimental und ohne Kitsch und Pathos daherkam. Als ebenso berührend erweist sich nun sein neuester Film "Eine Dame in Paris", der zwei völlig verschiedene Frauen in Paris aufeinanderprallen lässt. Da ist zum einen die resolute und selbstbewusste Anne, die die Pflege der alten Frida voller Tatendrang und Optimismus angeht. Auf der anderen Seite steht die in die Jahre gekommene Frida, eine bourgeoise Pariserin aus Estland, die es ihren Mitmenschen mit ihren Stimmungsschwankungen und der grimmigen Art alles andere als leicht macht.

Laine Mägi und Jeanne Moreau liefern brillante darstellerische Leistungen, voller Leidenschaft und Hingabe verschmelzen sie förmlich mit ihren Rollen. Die Präsenz der beiden Hauptdarstellerinnen ist dann auch die große Stärke eines zu jeder Zeit emotionalen Dramas, das Regisseur Raag aber immer wieder auch mit heiteren und komischen Momenten bestückt. Schon die erste Begegnung zwischen Anne und der regungslos im Bett liegenden, grimmig dreinblickenden Frida, ist voller leisem Humor. Dieser zieht sich durch den Film wie ein roter Faden. Darüber hinaus gefällt "Eine Dame in Paris" mit hübschen Bildern und Eindrücken der nächtlichen Pariser Prachtboulevards. Wer also seine Freude an gefühlvollen Dramen mit optischen Schauwerten hat, kann mit diesem Film nicht viel falsch machen.

Fazit: "Eine Dame in Paris" ist ein berührendes, sensibel erzähltes Drama voller heiterer Momente, das vor allem durch seine herausragenden Schauspielerleistungen und die hohe Leinwand-Präsenz von Jeanne Moreau überzeugt.




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