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Vijay und ich - Meine Frau geht fremd mit mir
Vijay und ich - Meine Frau geht fremd mit mir
© Senator Film

Kritik: Vijay und ich - Meine Frau geht fremd mit mir (2012)


Der belgische Regisseur Sam Garbarski hat mit Filmen wie "Irina Palm" und "Der Tango der Rashevskis" bereits ein Faible für Geschichten mit einer besonderen Note gezeigt. Mit "Vijay und ich – Meine Frau geht fremd mit mir" präsentiert er eine Verwechslungskomödie, die trotz ihrer Realitätsferne einen eigenwilligen Charme entwickelt. Ein 40-Jähriger nutzt die Falschmeldung seines Unfalltods, um das eigene Umfeld inkognito als Gast zu inspizieren. Indem der Schauspieler Will die Rolle des grünen Pechkaninchens ablegt und den feurigen Inder Vijay Singh mimt, gibt er sich selbst eine neue Chance. Seine Frau Julia, die ihn seltsamerweise mit Bart, Turban und Akzent nicht erkennt, dankt es ihm mehr als erwartet.

Die zunächst etwas kindisch anmutende Geschichte hat erfrischenden Biss. Will weiß nicht so recht, ob er sich freuen soll, weil Julia mit Vijay so schnell ins Bett geht, oder ob er auf den Inder eifersüchtig sein soll. Die an sich perfide Idee, seine Familie und Freunde mit der neuen Identität zu täuschen, wird ihm also gründlich heimgezahlt. Die Tochter, die ihn erkennt, erpresst ihn, Julia erzählt ihm, dass Will sexuelle Probleme hatte und die Schwiegereltern weinen dem Verstorbenen keine Träne nach. Vijay ist einfach besser, das muss auch Will erkennen. Und er nutzt diese Einsicht, vor allem weil sie ungeahnten erotischen Schwung in die Beziehung mit Julia bringt. Diese Konstruktion hat jenseits der Verkleidungsstory glaubwürdige Tiefe. Denn vermutlich wünschen sich die meisten Menschen manchmal, noch einmal ganz von vorne anfangen oder mit anderen Eigenschaften experimentieren zu können.

Moritz Bleibtreu ist ein Glücksfall für die Doppelrolle von Will und Vijay: Seine Freude am Spiel überträgt sich mühelos auf das Publikum. Er schafft es, sowohl Will, als auch Vijay mit Herz auszustatten, so dass die Verkleidungsgeschichte nicht albern, sondern sympathisch und mitreißend wirkt. Patricia Arquette macht sich gut als kühle Gattin, die eine heiße erotische Ader hat. Der amerikanische Comedian Danny Pudi spielt als Experte in indischen Fragen Wills skeptischen Sidekick, der für vergnügliche Bodenhaftung sorgt. Garbarskis Komödie beweist, dass es sich lohnen kann, Mut zur schrulligen Unwahrscheinlichkeit zu haben: Die spielerische Atmosphäre bietet gedankliche und darstellerische Freiheiten, die den Humor beflügeln.

Fazit: Die verspielte Verwechslungskomödie von Sam Garbarksi ist ein charmantes Vergnügen dank ihres gut aufgelegten Hauptdarstellers Moritz Bleibtreu und ihrer leicht schrulligen, aber herzlichen Atmosphäre.





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