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Camille - verliebt, nochmal!
Camille - verliebt, nochmal!
© Movienet © 24 Bilder

Kritik: Camille - verliebt nochmal! (2012)


Was würden Sie tun, wenn Sie mit dem Wissen von heute noch einmal 16 Jahre alt wären? Für Camille (Noémie Lvovsky) steht es fest: Sie will ihre Mutter retten, die nur wenige Wochen nach ihrem 16. Geburtstag starb und eine Lücke in ihrem Leben hinterlassen hat, die sie noch 25 Jahre später vor allem mit Alkohol stillt. Und sie will vermeiden, dass sie sich abermals in Éric (Samir Guesmi) verliebt, der sie nach über 20 wundervollen Jahren für eine andere Frau verlassen hat.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Nachdem Camille auf einer Silvesterparty in Ohnmacht gefallen und als 16-jährige im Krankenhaus wieder zu sich gekommen ist, setzt sie alles daran, dass ihre Mutter sich von einem Spezialisten untersuchen lässt – doch sie will nicht. Ihre Fluchtversuche vor Éric erregen erst recht dessen Aufmerksamkeit und außerdem liebt sie ihn noch immer. Deshalb stellt sich immer drängender die Frage, ob ein gebrochenes Herz in der Zukunft wirklich Grund genug ist, auf zahlreiche glückliche Jahre zu verzichten.

Mit "Camille – Verliebt nochmal" ist Regisseurin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin Noémie Lvovsky ein unterhaltsamer Film gelungen, der glücklicherweise viele typische Szenen vermeidet, die sonst in Zeitreise-Filmen vorkommt. Wie bereits Kathleen Turner in "Peggy Sue hat geheiratet" wird sowohl die über 40-jährige als auch 16-jährige Camille von Noémie Lvovsky gespielt, aber sie wird von ihrer Umgebung als völlig normal wahrgenommen. Es gibt keine peinlichen Klamotten-Szenen, auch fügt sie sich wieder in ihre Freundinnen-Clique ein. Für den Zuschauer ist dadurch stets präsent, dass sie bereits erwachsen ist. Camille genießt einfach diese unbeschwerte Zeit, das Zusammensein mit ihren Eltern und nimmt gar eine Kassette mit ihren Stimmen auf. Aber sie versucht nicht, die Zukunft völlig zu ändern, obwohl sie weiß, dass sie dort alles andere als erfolgreich oder glücklich ist. Dabei ist es wunderschön, dass sie abermals mit 16 Jahren schwanger werden will – was in der damaligen Zeit vielleicht als Unglück angesehen wurde, ist längst zu ihrem größten Glück geworden. Darüber hinaus handelt Camille stets innerhalb der Möglichkeiten, die ihr Charakter ihr gibt. Im Gegensatz zu vielen anderen ähnlichen Komödien versucht Camille nicht, eine andere zu werden. Vielmehr wird sie sich sehr bewusst darüber, wer sie ist und wer sie schon immer war, und dass sie ihr Leben im Rahmen ihrer Persönlichkeit führen muss.

Neben den Schauspielern überzeugt insbesondere die Musik, die sofort in die 1980er Jahre zurückversetzt und sehr viel Spaß bereitet. Dadurch wird "Camille – Verliebt nochmal" auch eine Feier der Jugend, in der man das Leben einfach gelebt hat. Insgesamt gelingt diesem Film daher trotz des etwas glatten Endes eine gute Mischung aus lustigen und ernsthaften Momenten, die ihn ein zu einem großen Vergnügen werden lassen.

Fazit: "Camille – Verliebt nochmal" ist nicht nur eine gelungene Komödie, sondern auch ein Film über die Frage, wann das Leben die entscheidenden Wendungen vorgenommen hat. Er nimmt seine Geschichte und Hauptdarstellerin ernst und unterhält daher sehr gut. Und die 1980er Jahre Ohrwürmer erhält man noch dazu.





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