VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Clara und das Geheimnis der Bären
Clara und das Geheimnis der Bären
© farbfilm verleih © 24 Bilder

Kritik: Clara und das Geheimnis der Bären (2012)


Die schweizerisch-deutsche Koproduktion "Clara und das Geheimnis der Bären" ist ein fantasievolles Abenteuer vor eindrucksvoller Bergkulisse. Der Film des Schweizer Regisseurs Tobias Ineichen, der sich an Familien mit Kindern im Alter zwischen acht und 13 Jahren richtet, basiert auf einem Roman der niederländischen Autorin Marian van der Heiden. Gespenster- und Sagenmystik, Tierliebe und Interesse an örtlicher Geschichte bieten der jungen Hauptfigur ein reiches detektivisches Betätigungsfeld. Manches an Clara erinnert an die berühmte Heidi-Geschichte: Auch sie fühlt sich auf Anhieb wohl auf den Almwiesen rund um ihr neues Zuhause. Außerdem findet sie in Thomas einen Freund, der ihr bei ihren Abenteuern assistiert.

Mit dem Bärenjungen, dem Schulfreund, der aus einem Heim in Zürich stammt, und der mystischen Erscheinung Susanna hat Clara einiges gemeinsam: Alle sind auf ihre Weise Außenseiter, die Gesellschaft und Unterstützung gut gebrauchen können. Die Aufgabe der Kinder ist es, die Dinge im Dorf im Bewegung zu bringen, vergangenes Unrecht aufzudecken und neues abzuwehren. Denn das scheinbar so geschichtsbewusste Dorf hat dunkle Geheimnisse, die bis in die Zeit der Hexenverfolgung zurückreichen. Das urige alte Haus, das der Stiefvater von seiner Großmutter geerbt hat, bietet Clara eine stilvolle und anregende Kulisse für ihre Forschungen in der Vergangenheit.

Oft vermischen sich Claras Wahrnehmungen mit denen von Susanna, die vor 200 Jahren hier wohnte. Sie beobachtet das Mädchen mit den Zöpfen, das ebenfalls zu ihr hinschaut. Dass diese imaginäre Freundschaft wechselseitig ist, macht sie besonders lebendig.
Die aus München stammende Ricarda Zimmerer lässt Clara trotz ihrer verträumten Empfindsamkeit ganz natürlich als Mädchen von heute wirken.

Ebenfalls im Hier und Jetzt verhaftet ist die Schönheit der Bergwelt, die die Kamera in ruhigen Panoramaaufnahmen einfängt. Auch der kleine Bär und sein Vater, die von echten Tieren dargestellt werden, sind Teil dieser sehr reellen Natur. So findet auch die Botschaft vom respektvollen Umgang mit anderen Lebewesen Eingang in dieses vielschichtige Abenteuer. Es schmälert den Filmgenuss kaum, dass sich die Zuschauer einiges selbst zu Ende denken müssen, die Zusammenhänge zwischen den Zeiten nicht restlos aufgedeckt werden. Mit seiner versponnenen Atmosphäre, die die Entdeckungslust fördert, bildet der Film einen angenehmen Kontrast zu knalligeren, oberflächlicheren Kinostoffen.

Fazit: "Clara und das Geheimnis der Bären" ist ein spannender Film für Familien mit größeren Kindern, der Mystery-Elemente mit historischen und ökologischen Themen verknüpft. Die Schweizer Berge liefern eine prächtige Naturkulisse für dieses Abenteuer, das auch besinnliche Töne anschlägt.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.