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THOR - Ein hammermäßiges Abenteuer
THOR - Ein hammermäßiges Abenteuer
© Koch Media © Rekord-Film

Kritik: Thor - Ein hammermäßiges Abenteuer (2012)


Thor, der hammerschwingende Unsterbliche aus dem Reich der Asen, dem legendenumwobenen Asgard, ist zurück. Kannten den nordischen Donnergott aber früher hautsächlich eher Mythologieinteressierte, Historiker oder vergleichende Religionskundler, ist er spätestens seit Marvel ihm einen prächtigen Fantasyfilm spendierte und anschließend im Blockbuster "The Avengers", als teil des Rächer-Teams die Erde retten ließ, den meisten Kinogängern ein Begriff.

Mit diesem Thor hat der aus dem Trickfilm "Thor – Ein hammermäßigs Abenteuer", eine irisch-deutsch-isländischen Co-Produktion, allerdings leidlich wenig zu tun. Das beginnt schon mit der Herkunft des Knaben, den Allvater Odin bei einem One-Night-Stand mit einer Irdenen zeugte. Diese erzog den jungen Thor alleine, nachdem sich sein Erzeuger gleich nach der Liebesnacht wieder aus dem Staub machte und würde sich wünschen, wenn der inzwischen fast erwachsene Bursche in ihre Fußstapfen träte und wie sie, Schmied werden würde. Thor, sich seiner göttlichen Abstammung durchaus bewusst, fühlt sich aber zu Höherem berufen. Und träumt davon, Seite an Seite mit seinem Vater, als Krieger in die Schlacht zu ziehen. Als eines Tages sein Heimatort von der Herrin der Unterwelt, Hel, einer weiteren ehemaligen Gespielin Odins, und den Eisriesen überfallen wird, bekommt er tatsächlich seine Chance.

Mehr als alles andere kommt, es bei einem Animationsfilm auf Charme und Humor an, schließlich lässt sich hier mit Schauspielkunst kein Blumentopf gewinnen. Und dabei macht es auch kaum einen Unterschied, ob das Werk nun für ein jüngeres oder ein älteres Publikum bestimmt ist. So besaß beispielsweise das Animationsspektakel "Drachenzähmen leicht gemacht" Charme gleich im Überfluss, nebst überzeugend ausgearbeiteten Figuren und eroberte damit gleichermaßen die Herzen von Jung und Alt. "Thor – Ein hammermäßiges Abenteuer" wirkt dagegen aber beinahe wie ein angestaubtes Relikt aus den 80ern, selbst wenn 3D, Optik und Design auf eine andere Ära verweisen.

Viel zu zäh gestaltet sich die Geschichte und braucht zudem auch viel zu lang, um richtig an Fahrt aufzunehmen. Die Gags sind überdies leidlich flach, der Klamauk zielt offensichtlich auf Kinder mit einstelligem Lebensalter; seltsamerweise sind die Protagonisten aber Teenager und das Gewaltpotenzial zuweilen, für einen kindgerechten Spaß, deutlich an der Grenze. Die skurrilsten Momente gehören auf der anderen Seite den Szenen im Walhalla, wenn die toten Krieger direkt vom Schlachtfeld und ordentlich ramponiert, in Einzelteilen Einzug halten; oder ein seltsamer Zwerg-Gnom-Goblin-irgendwas sich dort einschleicht, um Odin die mächtigste Waffe des Universums, einen Hammer, anzudrehen. In diesen Momenten wirkt der Film dann zugegebenermaßen etwas erwachsener, dieser Anflug oder auch nur Anschein hält allerdings nicht besonders lange vor.

Kommen wir nun aber zum wichtigsten Accessoire Thors: seinen mythischen Uru-Hammer Mjolnir, der in "Thor – ein hammermäßiges Abenteuer" ein ausgesprochenes Eigenleben führt, sprechen kann und zur eigenständigen Figur wird. Die Qualität dieses leicht einschläfernden Vergnügens hebt das dennoch kaum; und das schon angesichts dessen nicht, dass auch die Qualität der Dialoge oder die heldenhafte Dynamik zwischen Thor (der Phasenweise wie ein kompletter Vollpfosten wirkt) und seinem nervig-plappernden Werkzeug eher vernachlässigbar sind; wobei der verquasselte Charakter dieses Streifens eigentlich eines seiner herausragenden Merkmale darstellt.

Fazit: Bei schlechtem Wetter, wenn in der Glotze nichts läuft und die Erziehungsberechtigten die Hoffnung hegen, die lieben Kleinen mit solch einer Silberscheibe für eine Zeitlang zur Raison zu bringen, mag "Thor – Ein hammermäßiges Abenteuer" möglicherweise taugen. Schließlich geht von ihm Streckenweise eine ordentliche Schlaftabletten-Wirkung aus.




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