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Art s Home is my Kassel - 100 Tage documenta-Stadt
Art s Home is my Kassel - 100 Tage documenta-Stadt
© Real Fiction

Art’s Home is my Kassel - 100 Tage documenta-Stadt (2013)

Arts Home is my Kassel

Deutsche Dokumentation: Alle vier Jahre verwandelt sich das provinzielle Kassel dank der Documenta für 100 Tage in die Welthauptstadt der Kunst.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.


2012. Bereits Anfang des Jahres beginnen die Vorbereitungen für die wichtigste Kunstschau der Welt. Architekten planen die Plazierung diverser über das gesamte Stadtgebiet verteilter Pavillons und Ausstellungsorte. So entsteht in einem Park eine erhöhte Holzplattform, welche fünft verschiedene nachgebaute Galgen aus den USA beherbergt. Ein Schreiner baut einen gewaltigen Schrank für einen Künstler, der anschließend nur noch die Platzierung der Türgriffe festlegen muss. Eine Kassler Taxifahrerin klagt, dass die Stadt in den Monaten vor der Documenta komplett tot ist. Als es dann losgeht, beginnt gleich der Stress, der für die nächsten 100 Tage nicht mehr abreißen wird. Auch eine chinesische Studentin freut sich, wenn bei einer ihrer zahllosen Führungen einmal nur ein kleines Grüppchen zusammenkommt. Vor dem Hauptgebäude der Ausstellung schlagen Mitglieder der Occupy-Bewegung ihre Zelte auf. Wogegen sie hier genau demonstrieren, ist nicht ganz klar. Wenigstens stört sich im allgemeinen Kunst-Chaos auch jemand an ihnen. Nur einem verrückten Italiener, der mit UNO-Blauhelm durch die Gegend läuft und ebenfalls dort campt, ist dies alles zu unaufrichtig und zu unpolitisch. Der Mann, der selbst sagt "kein offizieller" Teilnehmer der Documenta zu sein, ist sichtlich erfreut, dass er jetzt sogar in einem Film landet.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

In ihrem Debüt-Dokumentarfilm "Art's Home is my Kassel – 100 Tage documenta-Stadt" halten die beiden Kassler Filmemacherinnen Katrin und Susanne Heinz fest, wie sich auch im Jahre 2012 ihre ansonsten denkbar ruhige Heimatstadt in das Mekka des globalen Kulturzirkus verwandelt. Dabei gehen die Debütantinnen denkbar frei und assoziativ vor. An Stelle eines festen inszenatorischen Rahmens gibt es lediglich gelegentliche Einblendungen, an welchem Tag des 100-tägigen Spektakels die aktuelle Szene gefilmt ist. So entsteht für den Zuschauer fast der Eindruck selbst ein Dauergast der Documenta zu sein. Und als dieser Gast hat man alle Zeit der Welt, um in Ruhe durch die Stadt zu schlendern und sich die verschiedensten Kunstwerke anzugucken. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Besucher kann man dabei auch einen Blick hinter die Kulissen werfen und sich dabei davon überzeugen, dass hinter all der kreativen Pracht auch jede Menge an schweißtreibender Arbeit steckt. Diese wird nicht nur von den jeweiligen Künstlern, sondern auch von zahlreichen Handwerkern und Technikern ausgeführt. Schließlich müssen die fertigen Objekte die strengen deutschen Baubestimmungen und die Möglichkeit einer kompletten Rückbaubarkeit berücksichtigen.

Das ist recht interessant und häufiger auch amüsant. Allerdings bleibt der Informationsgehalt minimal. Interessant wären doch Auskünfte zu Fragen, wie z.B. die Gründe für die damalige Entscheidung 1955 ausgerechnet Kassel als Ort für solch ein Ereignis zu wählen. Die Stadt ist innerhalb von Deutschland zwar denkbar zentral gelegen, aber verkehrstechnisch ist z.B. das nicht weit entfernte Rhein-Main-Gebiet wesentlich besser angebunden. Doch solche Hintergrundinformationen werden komplett ausgeblendet. Ebenfalls hoch interessant wäre es auch zu sehen, ob das nun bereits seit Jahrzehnten regelmäßig wiederkehrende kulturelle Großereignis nicht doch inzwischen Spuren in der Stadt gelassen hat. Einer ARTE-Dokumentation zu Kassel zu Folge, ist dies nämlich inzwischen sehr wohl der Fall. Aber auch zum Stand der Entwicklung einer Kunstszene vor Ort jenseits der Documenta wird in "Art's Home is my Kassel – 100 Tage documenta-Stadt" kein Wort gesagt. Es wird sogar noch nicht einmal danach gefragt, ob es eine solche Kunstszene überhaupt gibt. Am besten funktioniert "Art's Home is my Kassel – 100 Tage documenta-Stadt" deshalb als ein Documenta-Werbefilm, der Lust darauf macht, sich bei der nächsten documenta selbst einmal (wieder) in das bunte Getümmel zu stürzen und das einmalig provinziell-mondäne Flair zu genießen, welche die verschlafene nordhessische Stadt Kassel zu dieser Zeit 100 Tage lang zu bieten hat.

Fazit: "Art's Home is my Kassel – 100 Tage documenta-Stadt" ist eine amüsante Dokumentation, zu dem quirligen Treiben, dass währen der Documenta für 100 Tage die Stadt Kassel erfasst. Allerdings hat man nach der Betrachtung auch nicht das Gefühl, wirklich Wesentliches hinzugelernt zu haben.




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Zum Video: Art s Home is my Kassel - 100 Tage documenta-Stadt

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Land: Deutschland
Jahr: 2013
Genre: Dokumentation
Länge: 52 Minuten
Kinostart: 10.07.2014
Regie: Katrin Heinz
Verleih: Real Fiction

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