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Hello, I am David - Eine Reise mit David Helfgott
Hello, I am David - Eine Reise mit David Helfgott
© Piffl Medien

Kritik: Hello, I am David - Eine Reise mit David Helfgott (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Durch Scott Hicks "Shine – Der Weg ins Licht" (1996) wurden David Helfgotts Lebensgeschichte sowie seine Musik zum ersten Mal einem breiten Publikum bekannt. In ihrem Dokumentarfilm verzichtet die Regisseurin und Drehbuchautorin Cosima Lange nun darauf, die Biografie Helfgotts noch einmal ausführlich darzustellen und begnügt sich stattdessen mit einem kurzen Text-Insert zu Beginn, um einen Kontext zu schaffen. Von da an steht ganz die Gegenwart des mittlerweile 68-jährigen Pianisten im Fokus, die nach wie vor von Auftritten in der ganzen Welt und seiner großen Liebe zur Musik geprägt ist.

Und David Helfgotts Person ist es auch, die Langes Film über weite Strecken so faszinierend macht. Der alte Mann, der keine Ruhepause zu kennen scheint und mal wie frecher Junge, mal wie ein weiser Mönch anmutet, bestimmt die Dokumentation und ihren Rhythmus spürbar. Gebannt und vollkommen konzentriert schaut die Kamera da etwa zu, wenn Helfgott in Konzertsälen in Deutschland und Österreich auf seine ganz eigene Weise klassische Stücke interpretiert oder lässt ihn Späße mit dem Filmteam treiben. Voller Neugier erkundet Helfgott zum Beispiel die Ausstattung des Tonmanns oder holt die Regisseurin für einen Tango vor die Kamera.

Ergänzt werden diese alltäglichen Beobachtungen durch Interviews mit Freunden, Wegbegleitern und vor allem Helfgotts Frau Gillian. Diese Gespräche bilden ein eher nachdenklich gestimmtes Gegenstück zu den rastlosen Monologen Davids und machen deutlich, dass die freundliche Art des psychisch kranken Musikers auf Dauer sehr anstrengend sein kann. In Gillian Helfgotts kritischen Ausführungen findet der Dokumentarfilm so seine nötige Erdung, die die Produktion davor bewahrt in seichten Kitsch abzudriften. Die Filmemacherin selber scheint leider nicht immer genau zu wissen, wovon sie erzählen will und lässt sich manches Mal zu sehr von Helfgotts Treiben lenken statt eigene Akzente zu setzen. Das Ergebnis ist ein unterhaltsamer und lehrreicher Film mit einigen Längen.

Fazit: Cosima Langes Dokumentarfilm ermöglicht faszinierende Einblicke in den Alltag David Helfgotts. Während die Regisseurin sich bisweilen zu sehr vom kindlichen Treiben des Protagonisten lenken lässt, bieten die Interviews mit Helfgotts Frau Gillian einen nachdenklichen Gegenpol. Trotz einiger Längen sehenswert.





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