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Nobody ist der Größte (1975)
Un genio, due compari, un pollo
Western-Komödie: Terence Hill kehrt als gewitzter Trickbetrüger in den Wilden Westen zurück – und legt sich mit einem korrupten Major an, der auf Kosten eines indigenen Stammes reich werden will.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Joe Thanks, besser bekannt als Nobody (Terence Hill), schlägt sich mit Charme, Kartentricks und schnellen Reflexen durch den Westen. Als er erfährt, dass Major Cabot (Patrick McGoohan) 300.000 Dollar unterschlagen hat, die eigentlich einem indigenen Stamm zustehen, entwickelt er einen raffinierten Plan: Gemeinsam mit seinem Freund Dampmaschine (Robert Charlebois) und dessen Freundin Lucy (Miou-Miou) will er den Offizier austricksen und ihm seine Beute wieder abnehmen.
Dafür setzt Nobody auf Verkleidungen, falsche Identitäten und jede Menge Täuschungsmanöver. Während Cabot glaubt, einem großen Goldfund auf der Spur zu sein, zieht Joe im Hintergrund die Fäden. Es folgt eine Reihe von Betrügereien, Verfolgungsjagden und turbulenten Begegnungen, die schließlich in einem letzten großen Coup münden.
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Filmkritik
"Nobody ist der Größte“: Der Nachhall eines Erfolgs
Nach dem großen Erfolg von “Mein Name ist Nobody” versuchte Produzent Sergio Leone zwei Jahre später, die Erfolgsformel noch einmal zu wiederholen. Wieder steht Terence Hill im Mittelpunkt, wieder liefert Ennio Morricone die Musik, und erneut bewegt sich die Handlung zwischen Italowestern und Komödie. Doch obwohl “Nobody ist der Größte” äußerlich viele vertraute Zutaten mitbringt, erreicht er die Qualität seines Vorgängers nur selten.
Schon die Entstehungsgeschichte deutet auf die Schwierigkeiten hin. Regie führte diesmal Damiano Damiani, während Leone vor allem als Produzent und Ideengeber beteiligt war. Das Ergebnis wirkt deutlich weniger geschlossen als der Vorgänger. Wo “Mein Name ist Nobody” den Abschied vom klassischen Western mit Melancholie und Ironie verband, präsentiert sich Nobody ist der Größte vor allem als lockere Abfolge von Episoden und Gags.
Viel Charme, wenig Richtung
Terence Hill trägt den Film mit seiner gewohnt sympathischen Leinwandpräsenz. Sein Joe Thanks ist ein Trickster, der Gegner lieber mit List als mit Gewalt besiegt. Gerade in den ersten Szenen zeigt sich, warum Hill damals einer der beliebtesten europäischen Kinostars war: Sein Timing stimmt, seine Leichtigkeit funktioniert noch immer.
Allerdings fehlt der Figur diesmal ein ebenbürtiger Gegenpart. Während Henry Fonda im Vorgänger eine echte Western-Legende verkörperte, bleiben die übrigen Figuren vergleichsweise blass. Robert Charlebois und Miou-Miou sorgen zwar für Dynamik, doch die Dreiecksbeziehung zwischen ihren Figuren und Joe entwickelt kaum emotionale Tiefe. Auch der Konflikt mit dem korrupten Major Cabot bleibt eher Mittel zum Zweck als wirklich packendes Drama.
Hinzu kommt die episodische Erzählweise. Immer wieder reiht der Film einzelne Einfälle, Betrügereien und Verfolgungsjagden aneinander, ohne daraus eine überzeugende Spannungskurve zu entwickeln. Manche Szenen sind durchaus unterhaltsam, doch insgesamt entsteht der Eindruck, dass der Film nie genau weiß, ob er Westernparodie, Gaunerkomödie oder Abenteuerfilm sein möchte.
Zwischen Leone-Zitaten und Slapstick
Visuell erinnert vieles an die großen Werke des Italowesterns. Weite Landschaften, sorgfältig komponierte Breitwandbilder und vereinzelte Duell-Szenen lassen den Einfluss Sergio Leones erkennen. Gleichzeitig wird diese Bildsprache immer wieder durch Slapstick und Klamauk gebrochen. Das kann durchaus reizvoll sein, wirkt aber häufig weniger ausgewogen als in “Mein Name ist Nobody”.
Besonders positiv fällt erneut die Musik von Ennio Morricone auf. Sein Score verbindet verspielte Komik mit klassischen Westernklängen und gehört zu den stärksten Elementen des Films. Oft verleiht die Musik Szenen eine Energie, die die Inszenierung allein nicht immer erreicht.
Interessant bleibt außerdem der politische Unterton der Handlung. Die Geschichte um den Betrug an einem indigenen Stamm deutet Themen wie Korruption und Machtmissbrauch an, die Regisseur Damiani aus seinen politischen Filmen kannte. Allerdings werden diese Motive meist nur gestreift und zugunsten der Komödie nicht weiter vertieft.
Fazit: “Nobody ist der Größte” besitzt durchaus seinen Charme: Terence Hill spielt gewohnt souverän, Morricones Musik begeistert, und einige Szenen zeigen noch einmal die verspielte Seite des späten Italowesterns. Dennoch bleibt der Film deutlich hinter “Mein Name ist Nobody” zurück. Zu episodisch, zu unentschlossen und dramaturgisch zu locker wirkt diese Rückkehr in den "Nobody“-Kosmos. Als unterhaltsame Westernkomödie funktioniert der Film noch immer, als würdiger Nachfolger eines Genreklassikers jedoch nur eingeschränkt.
Nach dem großen Erfolg von “Mein Name ist Nobody” versuchte Produzent Sergio Leone zwei Jahre später, die Erfolgsformel noch einmal zu wiederholen. Wieder steht Terence Hill im Mittelpunkt, wieder liefert Ennio Morricone die Musik, und erneut bewegt sich die Handlung zwischen Italowestern und Komödie. Doch obwohl “Nobody ist der Größte” äußerlich viele vertraute Zutaten mitbringt, erreicht er die Qualität seines Vorgängers nur selten.
Schon die Entstehungsgeschichte deutet auf die Schwierigkeiten hin. Regie führte diesmal Damiano Damiani, während Leone vor allem als Produzent und Ideengeber beteiligt war. Das Ergebnis wirkt deutlich weniger geschlossen als der Vorgänger. Wo “Mein Name ist Nobody” den Abschied vom klassischen Western mit Melancholie und Ironie verband, präsentiert sich Nobody ist der Größte vor allem als lockere Abfolge von Episoden und Gags.
Viel Charme, wenig Richtung
Terence Hill trägt den Film mit seiner gewohnt sympathischen Leinwandpräsenz. Sein Joe Thanks ist ein Trickster, der Gegner lieber mit List als mit Gewalt besiegt. Gerade in den ersten Szenen zeigt sich, warum Hill damals einer der beliebtesten europäischen Kinostars war: Sein Timing stimmt, seine Leichtigkeit funktioniert noch immer.
Allerdings fehlt der Figur diesmal ein ebenbürtiger Gegenpart. Während Henry Fonda im Vorgänger eine echte Western-Legende verkörperte, bleiben die übrigen Figuren vergleichsweise blass. Robert Charlebois und Miou-Miou sorgen zwar für Dynamik, doch die Dreiecksbeziehung zwischen ihren Figuren und Joe entwickelt kaum emotionale Tiefe. Auch der Konflikt mit dem korrupten Major Cabot bleibt eher Mittel zum Zweck als wirklich packendes Drama.
Hinzu kommt die episodische Erzählweise. Immer wieder reiht der Film einzelne Einfälle, Betrügereien und Verfolgungsjagden aneinander, ohne daraus eine überzeugende Spannungskurve zu entwickeln. Manche Szenen sind durchaus unterhaltsam, doch insgesamt entsteht der Eindruck, dass der Film nie genau weiß, ob er Westernparodie, Gaunerkomödie oder Abenteuerfilm sein möchte.
Zwischen Leone-Zitaten und Slapstick
Visuell erinnert vieles an die großen Werke des Italowesterns. Weite Landschaften, sorgfältig komponierte Breitwandbilder und vereinzelte Duell-Szenen lassen den Einfluss Sergio Leones erkennen. Gleichzeitig wird diese Bildsprache immer wieder durch Slapstick und Klamauk gebrochen. Das kann durchaus reizvoll sein, wirkt aber häufig weniger ausgewogen als in “Mein Name ist Nobody”.
Besonders positiv fällt erneut die Musik von Ennio Morricone auf. Sein Score verbindet verspielte Komik mit klassischen Westernklängen und gehört zu den stärksten Elementen des Films. Oft verleiht die Musik Szenen eine Energie, die die Inszenierung allein nicht immer erreicht.
Interessant bleibt außerdem der politische Unterton der Handlung. Die Geschichte um den Betrug an einem indigenen Stamm deutet Themen wie Korruption und Machtmissbrauch an, die Regisseur Damiani aus seinen politischen Filmen kannte. Allerdings werden diese Motive meist nur gestreift und zugunsten der Komödie nicht weiter vertieft.
Fazit: “Nobody ist der Größte” besitzt durchaus seinen Charme: Terence Hill spielt gewohnt souverän, Morricones Musik begeistert, und einige Szenen zeigen noch einmal die verspielte Seite des späten Italowesterns. Dennoch bleibt der Film deutlich hinter “Mein Name ist Nobody” zurück. Zu episodisch, zu unentschlossen und dramaturgisch zu locker wirkt diese Rückkehr in den "Nobody“-Kosmos. Als unterhaltsame Westernkomödie funktioniert der Film noch immer, als würdiger Nachfolger eines Genreklassikers jedoch nur eingeschränkt.
Markus Solty
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Besetzung & Crew von "Nobody ist der Größte"
Land: ItalienJahr: 1975
Genre: Western
Originaltitel: Un genio, due compari, un pollo
Länge: 115 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 04.06.2026
Regie: Damiano Damiani, Sergio Leone
Darsteller: Terence Hill, Raimund Harmstorf, Mario Valgoi, Patrick McGoohan, Klaus Kinski
Kamera: Giuseppe Ruzzolini
Verleih: Croco Film
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Kabel1 zeigt "Nobody ist der Größte"
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