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Slow Food Story - Plakat
Slow Food Story - Plakat
© Pandastorm Pictures

Kritik: Slow Food Story (2013)


Die Slow-Food-Bewegung hat ihre Ursprünge in einer geselligen Weinrunde in Norditalien. Anfang der 1980er Jahre beschließen die "Freunde des Barolo", Newsletter zu verschicken und Weinproben zu organisieren, um für den guten regionalen Tropfen zu werben. Der rührige Carlo Petrini und seine Weggefährten engagieren sich fortan für traditionelle Produkte und sagen dem Fastfood-Trend den Kampf an. 1989 wird die italienische Slow-Food-Bewegung international. In ihrem Gründungsmanifest heißt es: "Als Antwort auf die Verflachung durch Fastfood entdecken wir die geschmackliche Vielfalt der lokalen Gerichte. (…) In der Entwicklung des Geschmacks, und nicht in seiner Verarmung liegt die wahre Kultur. Und hier kann der Fortschritt dank einem internationalen Austausch von Geschichten, Wissen und Projekten seinen Anfang nehmen."

Petrini lässt den Worten auch konkrete Taten folgen, deren Vielzahl in diesem Dokumentarfilm beeindruckt. Er gehört zu den Initiatoren des weltweit tätigen Kleinproduzenten-Netzwerks Terra Madre, der Messe Salone del Gusto und der Universität der gastronomischen Wissenschaften im Piemont. Sardo fördert aus Archivmaterial interessante Fundstücke heraus, etwa von den Turiner Kongressen der Bewegung. Dort ließ sich auch schon der britische Prinz Charles blicken, und Kleinbauern aus afrikanischen und südamerikanischen Ländern wurde der erste Flug ihres Lebens ermöglicht. Die Fotos und Archivfilme, die Sardo präsentiert, flankieren die Erzählungen der Weggefährten Petrinis. Sie schildern ihren Jugendfreund oder Teamkollegen als Genussmenschen, der sich in dieser Hinsicht von den kommunistischen Genossen seiner politisch aktiven jungen Jahre unterschied.

Wer in diesem Film aber Bilder kulinarischer Sinnesfreuden erwartet oder die Beschreibung köstlicher Gerichte, wird enttäuscht. Denn sein Thema ist nahezu ausschließlich die Biografie Petrinis. In flottem Tempo und durch fröhliche kleine Animationen aufgelockert, montiert er die Aussagen der Weggefährten zu einer zeitgeschichtlichen Chronik, die sehr stark auf die italienische Gesellschaft bezogen ist. Infolgedessen wirkt der Film in erster Linie für ein italienisches Publikum konzipiert, das die vielen nur kurz angesprochenen Zusammenhänge politisch und kulturell besser einordnen kann. Dennoch werden auch die anderen Anhänger der Slow-Food-Bewegung, die etwas über ihren Gründer und seine Motive erfahren wollen, hier umfassend informiert.

Fazit: Der Dokumentarfilm porträtiert Carlo Petrini, den Gründer der Slow-Food-Bewegung, und bietet gleichzeitig eine informative Chronik ihrer Anfänge. Dabei bleibt er allerdings auch recht wortlastig in der politischen und soziokulturellen Landschaft Italiens verankert.




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