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Im Namen des ...
Im Namen des ...
© Salzgeber & Co

Kritik: Im Namen des ... (2012)


In ihrem Film "In the Name of" erzählt die polnische Regisseurin Malgoska Szumowska von einem Pfarrer, der überzeugt ist von seinem Tun, seiner Mission – und zugleich mit einer großen inneren Sehnsucht zu kämpfen hat: Er ist homosexuell und vermisst Geborgenheit und Nähe. Seiner Schwester gegenüber erwähnt er, er wolle auch von jemanden in den Arm genommen werden. Doch als Pfarrer spendet er Trost. Deshalb geht er in die Badewanne und masturbiert, um zugleich die Spuren seines Tuns zu verschleiern und Wärme zu empfinden.

In "In the Name of" geht es nicht um Missbrauch, auch ist Adam kein Pädophiler. Der junge Mann, in den er sich verliebt, ist zwar deutlich jünger. Dennoch begegnet er dem Dorfjungen Humpty (Mateusz Kosciukiewicz) auf gleicher Ebene und nutzt auch Angebote anderer Jugendlicher nicht aus. Hier ist fraglich, warum Malgoska Szumowska Humpty nicht etwas älter macht, denn auch die Bildsprache macht deutlich, dass Adam keine Macht ausüben will, sondern seine Sehnsucht stillen. Mit klaren, erdigen Farben und langen Einstellungen, die an einen Western erinnern, wird Adams Alltag gezeigt, die Verführungsversuche von Michaels Ehefrau Ewa (Maja Ostaszewska), die Arbeit mit dem Jungen. Bei seinen Predigten, bei denen er erhöht auf der Kanzel steht, ist es ein helles, klares Licht, das ihn umgibt und für die Eindeutigkeit seines Glaubens steht. Denn es ist nicht der Glauben, an dem er zweifelt, sondern es ist die Ablehnung der Homosexualität durch die katholische Kirche. Dagegen werden eine homosexuelle Liaison zwischen zwei der Jugendlichen und die langsamen Annäherungsversuche zwischen Adam und Humpty in warme Gelb- und Orangetöne getaucht. Sie zeigen, wie viel Wärme Adam dadurch erfährt - und welche Sehnsucht er damit verbindet.

Es gelingt Malgoska und ihrer beeindrucken Besetzung, die differenzierte Handlung und das komplexe Gefühlsleben ihrer Figuren sehr gut auf die Leinwand zu transferieren. Dabei wird weder Humpty zum Tölpel noch Michael zum eindeutigen Verräter. Ihre inneren Konflikte und Kämpfe werden ebenso deutlich wie die der Hauptfigur. Hier wäre es gut gewesen, wenn der Film einige Sequenzen früher enden würde. Denn so gibt es zwar eine Lösung für den Konflikt, die durchaus gefallen kann, aber hier unterläuft Malgoska Szumowska mit einer zu demonstrativen Kritik an der katholischen Kirche die Aussagekraft und Wirkung der vorherigen Geschichten. Dennoch ist "In the Name of" ein starker Film.

Fazit: "In the Name of" ist insgesamt ein gut geplotteter, eindrucksvoll fotografierter und sehr gut gespielter Film.





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