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About Last Night
About Last Night
© Sony Pictures

Kritik: About Last Night (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In einer Beziehung leidet derjenige mehr, dessen Liebe stärker ist. Die vier Singles in dieser romantischen Komödie kennen diese Weisheit auswendig und achten peinlich darauf, die Kontrolle über ihr Gefühlsleben zu bewahren. Sobald eine Bekanntschaft länger als eine Nacht dauert, sind die Freiheit und das Herz in Gefahr. Also sprechen Bernie und Joan, Danny und Debbie nicht gerne über Bindung, obwohl sie praktisch längst zusammen sind. Denn selbst wenn das Liebe ist, woher weiß man, dass es auch der Partner wirklich ernst meint? Die Themen dieses Remakes eines gleichnamigen Films aus dem Jahr 1986 sind zeitlos, oder zumindest immer noch sehr aktuell. Der leichte Boulevardstil erinnert nicht von ungefähr ans Theater, denn die Geschichte basiert auf einem Stück von David Mamet mit dem Titel "Sexual Perversity in Chicago." Unter der Regie von Steve Pink liefern sich die beiden von Zweifeln geplagten Paare lustige und oft realitätsnahe Wortwechsel.

"Streiten wir jetzt?", fragt Danny seine Freundin Debbie, sobald sich auch nur die kleinste Meinungsverschiedenheit abzeichnet. Nach einer Beziehungsenttäuschung mit Alison (Paula Patton) hat er doppelt Angst. Er könnte Debbie ebenfalls verlieren, aber auch von ihr vereinnahmt und zur Familiengründung gedrängt werden, bevor er es richtig begreift. Oft scheinen die Charaktere regelrecht sensibilisiert für die warnenden Signale im Zusammensein. Wenn Debbie, die schon längst in Dannys Wohnung lebt, einen Esstisch kauft und Thanksgiving feiern will, reagiert Danny beunruhigt. Bernie ist Joan gegenüber noch viel mehr auf Abstand bedacht und bringt sie damit auf die Palme. Mit ihrem häufigen Hin und Her von Anziehung und Abstoßung, Hoffnung und Zweifel, Sehnsucht und Misstrauen mäandern die beiden Paargeschichten unterhaltsam dahin. Kommen sich Danny und Debbie näher, gehen Bernie und Joan gerade auseinander und umgekehrt: Die permanente Gegenläufigkeit sorgt für lustige Spannung.

Während Bernie und Joan mit ihrem kaum zu stillenden Sexhunger und ihrer grellen Sprache überzeichnet wirken, fehlt in der Beziehung von Danny und Debbie auf Dauer wiederum der Biss. Man versteht nicht immer, warum sie nach anfänglichem Glück so viel zaudern und zögern. Wirklich prickelnd ist die Komödie zwar nicht, aber mit dem sympathischen Hauptpaar Danny und Debbie und den oft treffsicheren Dialogen sichert sie sich einen gewissen Charme.

Fazit: Aus vier Singles werden zwei Paare, die sich in ihrer Angst vor Beziehungsstress und Liebeskummer verheddern: Die romantische Komödie mäandert mit hübschem Dialogwitz recht unterhaltsam dahin.





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