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Keine gute Tat
Keine gute Tat
© Sony Pictures

Kritik: Keine gute Tat (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der amerikanische Thriller von Regisseur Sam Miller malt aus, was passieren kann, wenn man die Regel, keinen Fremden ins Haus zu lassen, missachtet. Zwischen einer gutmütigen Mutter zweier kleiner Kinder und einem unberechenbaren Killer entwickelt sich ein Duell, bei dem der Böse von vornherein in einer übermächtigen Position zu sein scheint. Aber dann wächst Terry in der Gefahr über sich hinaus. Die Geschichte ist jedoch so simpel und plump konstruiert, dass sich in der klaustrophobischen Situation im Haus keine großartige Spannung oder schaurige Atmosphäre entwickeln kann.
Colin ist ein Mörder, der aus einer Reihe von Gründen immer wieder töten muss: Er verträgt keine Zurückweisung, er ist eifersüchtig, er hat generell ein massives Problem mit Frauen. Kaum dass sein Antrag auf vorzeitige Entlassung abgelehnt wurde, zeigt dieser Charakter schon wie aufgezogen sein wahres Gesicht. Bis er bei Terry klingelt, hat er eine so massive Blutspur nach sich gezogen, dass man ihm kaum noch zutraut, sich länger als fünf Minuten normal zu verhalten. Das aber ist das generelle Problem dieses Films: Er bricht einfach mit der Tür ins Haus. Auch feiert er in seinem Verlauf lauter Standardsituationen ab, als hätte er sie gerade erst erfunden. Einmal liegt Colin reglos am Boden und Terry will sich an ihm vorbeidrücken, da passiert genau das, was man erwartet: Der Mörder greift blitzartig nach ihr.
Viel zu spielen gibt es für Idris Elba hier nicht. Taraji P. Henson hat die ergiebigere Rolle, weil Terry ihre Strategie flexibel variiert. Sie ist eine gute Familienmutter, die ihre Kinder schützt, ohne den Kopf zu verlieren. Gleichzeitig findet sie auch zu einer schneidigen Stärke zurück, die sie seit der Aufgabe ihrer Berufstätigkeit schmerzlich vermisste. Gegen Ende wird sie noch mit einer interessanten Wendung überrascht. Aber der Geschichte fehlt die innere Dynamik, die Spannung, die aus dem Zwiespalt entsteht und das Unbekannte, das den Zuschauer miträtseln lässt. Dafür hat man ausgiebig Gelegenheit, die gediegene Einrichtung von Terrys Haus zu bewundern.

Fazit: Für einen wirklich spannenden Thriller ist dieser Film zu holzschnittartig konzipiert und seine Darsteller arbeiten sich über weite Strecken an Standardsituationen mit vorhersehbarem Ausgang ab.




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