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Wild Card
Wild Card
© Universum Film © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Wild Card (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Wild Card" beruht auf dem gleichnamigen Roman von William Goldman, der seit den 60er-Jahren zu den erfolgreichsten Drehbuch-Autoren ("Die Unbestechlichen" oder "Misery") und Schriftstellern der USA zählt. Dass sich der Roman "Wild Card" jedoch nur bedingt für eine hochwertige Film-Adaption eignet, bewies schon 1986 der halbgare "Heat" mit Burt Reynolds in der Hauptrolle. "Wild Card" ist nur das offizielle Remake von "Heat", viel besser als der unterdurchschnittliche Action-Thriller-Mix von damals ist "Wild Card" leider jedoch auch nicht geraten. Und das liegt zuvorderst an Jason Statham, der hier nicht seine Paraderolle als Ein-Mann-Armee spielen darf, sondern beweist, dass er als emotionaler Charakterdarsteller in etwa so viel taugt wie Action-Filmemacher Simon West ("Con Air") als Regisseur eines melancholischen Krimi-Dramas: überhaupt nicht.

Krampfhaft versucht "Wild Card" im Fahrwasser der starken Milieustudie bzw. intensiv gespielten Spieler-Parabel "The Gambler" mit Mark Wahlberg zu schwimmen. Das gelingt dem neuen Film von Simon West leider in keinster Weise und zu keinem Zeitpunkt. Statham ist weit weniger abgehalftert und steckt in weitaus weniger finanziellen Problemen als (die natürlich nicht unähnlich angelegte Figur) Jim Bennett in "Gambler". Das sorgt von vorne herein für Glaubwürdigkeitsprobleme. Es ist schwer, Statham den leidenden, ehemals stark spielsüchtigen, komplexen Charakter abzunehmen, der immer wieder kurz davor steht, in die alte Sucht zu verfallen. Dazu verfügt der ehemalige Top-Athlet und Turm-Springer leider einfach über zu geringe schauspielerische Facetten und ein nicht ausreichendes Ausdrucksvermögen.

Statham ist und bleibt allein schon aufgrund seiner physischen Präsenz und seiner Kampfkunstfähigkeiten ein herausragender Action-Darsteller. Davon darf er in "Wild Card" jedoch fast nichts zeigen. Eingefleischte Fans von ihm und Freunde von seinen größten Action-Kassenhits wie "Crank" oder "Transporter" sollten sich in jedem Fall den Gang ins Kino sparen. "Wild Card enthält gefühlt so viel schweißtreibende Action wie der letzte Film von Bruce Willis, "The Prince". Dass ist nicht das, worin die Fans ihre Helden sehen wollen. Einnehmende Charakterrollen sollten eben lieber doch Benedict Cumberbatch, Mads Mikkelsen oder Michael Fassbender überlassen werden.

Fazit: Ein Jason-Statham-Film ohne Action ist wie Hugh Grant ohne Schmalz-Romantik oder Tim Burton ohne phantastisch-abgedrehte Bilderwelten. Es funktioniert (zumeist) schlichtweg nicht und hinterlässt nichts weiter als gähnende Leere.




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