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Der Imker - Poster
Der Imker - Poster
© Frenetic Films AG

Kritik: Der Imker (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Anders als der Titel suggerieren mag, ist Mano Khalils Film "Der Imker" keine trockene Dokumentation über die Grundlagen der Bienenzucht. Stattdessen beschreibt Khalil ("Unser Garten Eden"), der selbst ein vertriebener syrischer Kurde ist, das abenteuerliche Leben des vertriebenen türkischen Kurden Ibrahim Gezer. Sowohl der Regisseur, als auch sein Protagonist haben in der Schweiz eine neue Heimat gefunden. Im Falle von Ibrahim scheint dieses Land auf den ersten Blick fast perfekt zu passen, erinnern die Schweizer Alpen doch sehr an die Berglandschaft in seiner alten Heimat. Doch der Neuanfang in der Fremde offenbart sich bald als ein sehr steiniger Weg. Mit erstaunlicher Beharrlichkeit kämpft Ibrahim darum sich ein neues Leben aufzubauen, dass diese Bezeichnung in seinen Augen auch verdient. Trotz zahlreicher Rückschläge verliert er auf diesem Weg weder seine Menschenliebe, noch seine Hoffnung.

Mano Khalils Film stellt seinen Protagonisten in den Mittelpunkt. Die bewusst einfach gehaltenen filmischen Mittel korrespondieren gut mit Ibrahim Gezers so einfacher, wie beeindruckender Persönlichkeit. Es entsteht das Bild eines sehr sensiblen Mannes, dessen ganze Liebe seiner Familie, den Bienen und der Natur gilt. Da er offen auf die Menschen zugeht, schließt Ibrahim auch überall schnell neue Freundschaften. So hat er sich in der Schweiz trotz seiner auch finanziell schwierigen Lage recht schnell eingelebt. Trotz seiner positiven Grundeinstellung und trotz seines Optimismus, spricht Ibrahim zugleich über seinen tief gefühlten Schmerz darüber, einmal alles gehabt und dann wieder alles verloren zu haben. Dadurch wird er für den Betrachter jedoch als Mensch nur noch greifbarer. Ibrahim Gezer ist kein Heiliger, sondern ein ganz einfacher Mensch, der einfach trotz aller Widrigkeiten immer weiter vorangeht und dadurch zu einem sehr inspirierenden Vorbild wird.

Fazit: "Der Imker" ist das sehr menschliche Portrait des Exilkurden Ibrahim Gezer, der trotz schwerster Schicksalsschläge nicht aufgibt und darum kämpft, sich in der neuen Schweizer Heimat ein Leben aufzubauen, das sich wirklich zu leben lohnt.





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