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Scialla! Eine Geschichte in Rom
Scialla! Eine Geschichte in Rom
© Kairos Film

Kritik: Scialla! Eine Geschichte in Rom (2011)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Eine ungewöhnliche Vater-Sohn-Beziehung steht im Mittelpunkt dieser leichten italienischen Komödie. Aus Rom, wo die Geschichte spielt, stammt auch der titelgebende Ausdruck "Scialla". In der jugendlichen Umgangssprache bedeutet er "Bleib locker". Das sagt der 15-jährige Luca gerne zu seinem Vater Bruno, den er gerade erst kennen lernt. Das Regiedebüt des italienischen Drehbuchautors Francesco Bruni ist ein unterhaltsamer kleiner Film, der eine moderne, aus dem Leben gegriffene Geschichte erzählt.

Wie der Vater, so der Sohn: Bruno geht jeglichem Stress aus dem Weg, als echter Freigeist braucht er vor allem Ruhe. Die Fortschritte seiner Nachhilfeschüler kümmern ihn nicht wirklich. Luca schläft auch gerne aus und unterhält sich, wenn er mal in der Schule vorbeischaut, lieber mit dem Hausmeister, als den Unterricht zu ertragen. Mit dem Einzug dieses unbekannten, schwierigen Sohnes bekommt Bruno einen Spiegel vorgehalten: Es war ihm nicht bewusst, wie wenig er dazu bereit war, Verantwortung zu übernehmen. Ansonsten aber sind der grauhaarige Mann und der rebellische Teenager sehr verschieden, denn Luca macht sich nichts aus Bildung und achtet sehr auf seine "street credibility": Er will als harter Hund gelten. Den Dialog dieses Vater-Sohn-Gespanns schildert der Film humorvoll als einen ständigen Ringkampf, bei dem die Kräfte ziemlich ausgewogen verteilt sind.

Der junge Darsteller Filippo Scicchitano ist in seiner ersten Rolle eine aufregende Entdeckung. Er spielt den Teenager Luca sehr glaubwürdig und natürlich im Wechsel zwischen männlicher Coolness und Schüchternheit. Luca ist voller Energie und Ungeduld und sein bezauberndes Lächeln wirkt ansteckend. Fabrizio Bentivoglio spielt Bruno komödiantisch gebrochen: Hinter der Fassade des unabhängigen Intellektuellen versteckt sich ein unsicherer Mensch, der nicht immer eine gute Figur macht. Die ehemalige Pornodarstellerin Tina (Barbara Bobulova), deren Memoiren Bruno schreiben soll, fordert ihn in mehrfacher Hinsicht heraus. Denn sie ist eine reiche, attraktive Frau, die als alleinerziehende Mutter auch wertvolle Tipps im Umgang mit einem Sohn in der Pubertät hat. Auch andere Nebenfiguren, wie ein Gangster, der Gedichte und Filme liebt, reichern die unspektakuläre Handlung mit interessanten Aspekten und Wendungen an. Bis zuletzt bleibt die Geschichte angenehm offen: Eine Vater-Sohn-Beziehung ist ja auch in Wirklichkeit eine längerfristige Herausforderung.

Fazit: Diese unbeschwerte italienische Komödie über einen Vater, der mit seinem unbekannten Teenager-Sohn konfrontiert wird, ist angenehm realitätsnah inszeniert und unterhält mit interessanten Charakteren.





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