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Iron Sky: The Coming Race
Iron Sky: The Coming Race
© 24 Bilder © polyband

Kritik: Iron Sky: The Coming Race (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Ob man über den Nationalsozialismus lachen darf, wird wohl nirgends so heftig diskutiert wie in seinem Herkunftsland. Die Filmgeschichte hat das wenig gekümmert, was dem Publikum Meisterwerke wie Charlie Chaplins "Der große Diktator" (1940), Ernst Lubitschs "Sein oder Nichtsein" (1942), aber auch reichlich Misslungenes wie Dani Levys "Mein Führer" (2007) beschert hat. Und dann, ja dann gibt es noch Filme wie Timo Vuorensolas "Iron Sky" (2012), der das Dritte Reich in Trashtrümmer zerschlägt, wie man es sonst nur aus Comics, Videospielen und längst vergangenem Exploitation-Kino gewohnt ist. Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" (2009) hatte den Weg geebnet.

Vuorensolas Kinodebüt war rotzfrech und befreiend. Sieben Jahre, zwei Crowdfunding-Kampagnen und einen beigelegten Rechtsstreit hat der finnische Regisseur für den Nachfolger gebraucht. Dem stetig wachsenden "Iron Sky"-Universum hat das offensichtlich nicht gutgetan. Dabei hat "The Coming Race" im Grunde alles, was es für einen grottenschlechten Kulthit bräuchte: Nazis, Aliens, Dinosaurier und den Heiligen Gral! Doch wie so viele zweite Teile tappt auch dieser in die Fortsetzungsfalle und variiert den Plot des Vorgängers nur minimal. Mehr als ein paar nette Gags über Steve Jobs und eine Erweiterung des Verschwörungskosmos um die Theorie der hohlen Erde, in deren Inneren die reptiloide Elite haust, hat Vuorensola nicht zu bieten.

Für einen echten Trashfilm ist "Iron Sky: The Coming Race" zu gut, für anspruchsvolles Kino viel zu schlecht. Die Handlung läuft noch einigermaßen rund, greift am Schluss etwa schön den Anfang auf. Doch irgendwie fehlt der Drive, die Frische, vor allem aber: der Spaß am schlechten Geschmack. Hauptdarstellerin Lara Rossi spielt mit Verve gegen die Skizzenhaftigkeit ihres Charakters an, Vladimir Burlakov und Kit Dale sind als schlauer Schlaks und plumper Haudrauf sichtlich bemüht. Der Rest des Ensembles, allen voran Tom Green und der unterirdische Udo Kier, agieren müde und lustlos.

Den besten Gag hat sich Vuorensola für den Abspann aufgehoben, der um ein Vielfaches mehr Spezialeffektelieferanten und Crowdfunder als sonstige Crewmitglieder aufführt. Dass beim Dreh keine Dinosaurier zu Schaden gekommen seien, ist dort zu lesen. Um abermals zum Kulthit zu werden, ist das zu wenig.

Fazit: "Iron Sky: The Coming Race" tappt in die typische Fortsetzungsfalle und erzählt das Gleiche in Grün. Für Trash ist das zu gut, für anspruchsvolles Kino zu schlecht. Ein kurzweiliger kleiner Spaß, der sein Kultpotenzial leichtfertig verspielt, weil nicht alle Beteiligten mit dem gleichen Elan bei der Sache sind.




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