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Bären
Bären
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Bären (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Tier-Dokumentarfilm von Alastair Fothergill und Keith Scholey erzählt vom ersten Jahr im Leben zweier Braunbären auf der Alaska-Halbinsel. Die vielen Abenteuer, die der kleine Scout und seine Schwester Amber an der Seite ihrer Mutter Sky bestehen müssen, fügen sich zu einem Spannungsbogen nach dem Vorbild eines Spielfilms. Das 2008 gegründete Naturfilm-Label Disneynature knüpft mit seinen Werken wie "Unsere Erde", "Im Reich der Raubkatzen" an die von Walt Disney zwischen 1949 und 1960 produzierten, sogenannten True Life Adventures an. Mit ihren dramatischen und oft auch lustigen Beobachtungen im Tierreich faszinierten sie Zuschauer aller Altersgruppen.
Schauplatz des Films ist der Katmai National Park, in dem schätzungsweise 2000 Braunbären leben. Sie überwintern in selbst gegrabenen Höhlen im Landesinneren und ziehen in jedem Frühjahr über die hohen Berge an die Küste. Der Höhepunkt des Jahres ist aus Bärensicht der Spätsommer, wenn die Lachse in Scharen die Flüsse hinaufwandern und es folglich Nahrung im Übermaß gibt. Die grandiose Landschaft der Alaska-Halbinsel im Wandel der Jahreszeiten stellt eine Hauptattraktion des Films dar.
Aber auch schon gleich am Anfang erwartet den Zuschauer mit den Szenen in Skys Winterhöhle ein filmischer Höhepunkt. So kleine Bären wie die neugeborenen Amber und Scout bekommt man sonst nie zu Gesicht. Indem der Film den Tieren Namen gibt, personalisiert er sie und stellt Analogien zum Menschen her. Der Off-Erzähler legt den Bären sogar wiederholt launige Bemerkungen in den Mund, was sicher nicht jeden Tierfreund erfreuen wird. Auch unkommentiert lassen sich die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Jungtiere erkennen. Amber sitzt oft auf Mamas Rücken und lässt sich tragen, während sich der neugierige Scout gerne abseilt und seine eigenen Entdeckungen macht. Dabei gerät er allerdings leicht in Gefahr.
Die putzigen, manchmal tapsigen Raubtiere in diesem Film haben es nicht schwer, sich die Sympathien des Publikums zu sichern: Man empfindet zum Beispiel mit, wenn sie sich wohlig räkeln oder beinahe regungslos – wie glückliche, dankbare Genießer - im See stehen, in dem es vor Lachsen wimmelt. Die verantwortungsvolle Mutter Sky und ihre aufopferungsvolle Sorge um die beiden Kleinen werden vom Sprecher ausführlich gewürdigt. Denn in der Bärenwelt verhalten sich nur die Mütter fürsorglich, die Männer hingegen haben die Winzlinge eher buchstäblich zum Fressen gern. Die informierenden Aspekte des Naturfilms und die vor allem das Gefühl ansprechenden Abenteuer von Sky, Amber und Scout fügen sich zu einer gelungenen, spannenden Einheit. Die Aufnahmen – es gibt nur wenige Zeitrafferpassagen - spiegeln die Ruhe in dieser unberührten, imposanten Landschaft, die ihre Wirkung auf der großen Leinwand beeindruckend entfaltet.

Fazit: Das erste Jahr im Leben zweier kleiner Braunbären auf der Alaska-Halbinsel wird in diesem schönen Dokumentarfilm als aufregendes, reales Abenteuer in grandioser Landschaft inszeniert.




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