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V8  - Die Rache der Nitros
V8 - Die Rache der Nitros
© Universal Pictures International Germany

Kritik: V8² - Die Rache der Nitros (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Regisseur und Drehbuchautor Joachim Masannek ("Die wilden Kerle 1-5") siedelt seine V8-Filme und -Kinderbücher in einer dystopischen Welt an, in der sich Hippies und ehemalige Rennfahrer im gesellschaftlichen Abseits oder im Untergrund befinden. Die vier Kinder im Zentrum des ersten Films von 2013, "V8 – Du willst der Beste sein", sind ein Racing-Team, das um den Einzug in den legendären Rennstall "Die Burg" kämpft. In "V8 – Die Rache der Nitros" steht ihr zweites illegales Rennen an, außerdem werden einige Familiengeheimnisse gelüftet. So erfährt Robin endlich, wer seine Mutter ist und was ihn mit dem alten Pan verbindet. Und es geht auch wieder um Zusammenhalt, Ideale und das Ablegen von Egoismen.

Auf Robin wartet diesmal ein unlösbares Dilemma: Er wechselt in das Rennteam, das seine wiedergefundene Familie darstellt und vernichtet damit um ein Haar alle Racing-Träume seiner V8-Freunde. Weil nun die Mechanikerin Kiki Robin am Steuer des zweiten Autos ersetzen muss und außerdem die Nitros Mädchen sind, bricht das Sequel mit der Gepflogenheit des ersten Films, das weibliche Geschlecht vor allem als optische Staffage oder als Zuarbeiter auftreten zu lassen. Den Erwachsenen – von den "Bösen", nämlich dem Bürgermeister und dem Kommissar, einmal abgesehen – fällt wieder die Rolle zu, die Kinder mit Rat und Tat zu unterstützen. Aber in allen wichtigen Entscheidungen sind die Kinder auf sich allein gestellt: Eigenverantwortung wird in diesen Geschichten großgeschrieben, auch als Protest gegen den Trend zur Überbehütung und das Schwinden kindlicher Freiräume.

Auch das Sequel zeichnet in erster Linie der markante Stil aus. Die fantasievollen Kostüme und Fahrzeuge der Nitros und der V8, die vielfältig ausgemalte Rebellen- und Anarchisten-Szenerie muten wie ein nostalgisches popkulturelles Sammelsurium an. Früher, in den wilden Zeiten, war alles besser – aber sie werden wiederkehren, wenn der Nachwuchs nur die richtige Einstellung hat. Die illegalen Rennen übersetzen das Action-Subgenre von Filmen wie "Fast & Furious" ins Kinderuniversum und gleichzeitig erinnert die Atmosphäre an das Genre der dystopischen Sci-Fi-Jugendfilme. Aber all das bleibt immer halb unverständlich, raunend, nebulös. Die Kinder sprechen, als würden sie Demo-Plakate hochhalten. Jeder Satz steht für sich und wird wie für die Ewigkeit betont. Diese gestalterische und erzählerische Show hat ihre Reize, kann aber auch anstrengend sein.

Fazit: Das zweite Abenteuer des minderjährigen Racing-Teams V8 wird von Joachim Masannek genauso markant und eigentümlich im Retro- und Rebellenlook inszeniert wie der erste Film. Die skandierende Sprechweise und die flippige Vielfalt der fantasievollen Ausschmückung verleihen der Geschichte etwas Rätselhaftes, das seinen Reiz hat, aber auch das Verständnis erschwert.





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