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Die Familie mit den Schlittenhunden
Die Familie mit den Schlittenhunden
© Real Fiction

Kritik: Die Familie mit den Schlittenhunden (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

er Dokumentarfilm von Ralf Breier und Claudia Kuhland stellt eine wahrlich ungewohnte Lebenswelt vor. Am Ufer des Großen Sklaven-Sees in den kanadischen Nordwest-Territorien wachsen zwei Mädchen in völliger Abgeschiedenheit auf. Außer zu ihren Eltern haben sie kaum jemals Kontakt zu anderen Menschen und fühlen sich trotzdem wohl. Der Film begleitet die Familie zunächst in ihrem Alltag, dann auf der Fahrt nach Alaska und verfolgt schließlich mit ihr das erste große Schlittenhunderennen, an dem Annika teilnimmt. Dieser dramaturgische Aufbau gleicht einer spannenden Spielfilmhandlung. So gibt es zum Beispiel unterwegs unerwartete Komplikationen, die die Familie meistern muss.

Ein paar Holzhütten am Waldrand bilden den Hof der Olesens. Das Thermometer zeigt -30 Grad, die nicht vorhandene Dusche wird durch ein wöchentliches Saunabad ersetzt. Im Wohnraum spielen sich gemütliche Familienszenen ab. Liv ist stolz darauf, dass sie im vergangenen Jahr 167 Bücher gelesen hat. Die meiste Zeit aber begleitet der Film die Mädchen draußen, wenn sie die Hunde versorgen, mit den Welpen spielen und die Hundeschlitten lenken – 80 Kilometer weit, bis tief in die Nacht. Schnell bekommt man einen Eindruck von der Härte des Lebens hier: Der Atem schlägt sich als Reif auf den Wimpern nieder und zum Angeln muss ein Loch ins Eis geschlagen werden.

Die einzelnen Familienmitglieder geben Auskunft vor der Kamera, ohne dass die Filmemacher mit ihren Fragen zu hören sind. Die Töchter und ihre Eltern wirken erstaunlich unkompliziert, sie sind in der Einsamkeit keine Eigenbrötler geworden. Alle packen wie selbstverständlich mit an und die Mädchen haben trotz der familiären Enge einen großen Entscheidungsspielraum.

Die winterliche, weite Landschaft ergibt mit ihrem schrägen Lichteinfall eine betörend stimmungsvolle Kulisse. Auf der Schneedecke spielen hellblaue oder lilafarbene Schatten, der Horizont ist mal ein rosa, dann ein gelber Streifen und die Sonnenstrahlen baden im Gold des Abendrots. In der kompletten Dunkelheit der Nacht kündigt nur der Schein einer Stirnlampe an, dass sich Annika mit ihrem Schlitten nähert. Neben der sympathischen Familie sind es vor allem diese unglaublichen Naturaufnahmen, die den Reiz des interessanten Dokumentarfilms ausmachen.

Fazit: Der Dokumentarfilm, der eine Familie mit zwei jugendlichen Töchtern in der subarktischen Wildnis Kanadas vorstellt, ist dramaturgisch spannend aufgebaut und bezaubert mit einmaligen Landschaftsaufnahmen.




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