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FBW-Bewertung: Das Geheimnis der Bäume (2013)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: Nach DIE REISE DER PINGUINE zieht es den preisgekrönten Dokumentarfilmer Luc Jacquet diesmal in den Urwald, er begibt sich auf die mit Francis Hallé in dessen liebstes Reich: Das Reich der Bäume in den Urwäldern von Peru und Gabun.
Dabei wagt Jacquet eine für einen Dokumentarfilm ungewohnte Mischung aus Dokumentaraufnahmen und darüber gelegten Animationen. Hat man sich an dieses Konzept erst einmal gewöhnt, begreift man, wie geschickt es ihm so gelingt, komplizierte biochemische Vorgänge und langwierige botanische Zusammenhänge gleichsam im Zeitraffer darzustellen. Begriffe wie Primär- und Sekundärwald werden auf einmal nachvollziehbar und vertraut ? genau das ist eine der ganz großen Stärken des Films: Er ist trotz der hinter dem Thema liegenden komplizierten Theorien und wissenschaftlichen Erkenntnisse überaus verständlich geworden und regt zu ausgiebigen Diskussionen an.
Wirklich spektakulär sind die Kamerafahrten und -flüge durch die Urwälder Perus und Gabuns, mal in extremen Nahaufnahmen auf die Waldameisen bei der Verteidigung ihrer Heimat, mal den dem Licht entgegen strebenden Baumstämmen folgend, durch das Gestrüpp der Baumkronen und weit darüber hinaus. Diese Aufnahmen machen immer wieder sprachlos, bedienen dabei jedoch nicht nur Schauwerte, sondern verfolgen klar erkennbare Ziele.
DAS GEHEIMNIS DER BÄUME ist einer der ungewöhnlichsten, spektakulärsten und klügsten Dokumentarfilm, der die gewohnten Pfade des Genres sprengt. Ein Film, den man nicht so schnell vergessen wird.



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