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Die innere Zone
Die innere Zone
© Real Fiction

Kritik: Die innere Zone (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Die innere Zone" ist der neuer Film des Schweizer Filmemachers Fosco Dubini, der sich bisher hauptsächlich auf das Inszenieren von Dokus und Porträts konzentrierte. "Die innere Zone" ist eine Melange aus düsterer Science-Fiction, Drama und Wissenschaftsfilm, der es dem Zuschauer aufgrund der kryptischen Dialoge nicht einfach macht. Auch der Verzicht auf die klare Trennung zwischen Fiktion und Wirklichkeit, sorgt nicht gerade dafür, dass der Film massentauglicher und verständlicher wird. David-Lynch-Fans und Arthouse-Freunde, die ein Faible für ruhige Erzählweisen und intellektuelle Stoffe haben, könnten hier aber auf ihre Kosten kommen. Dem Rest wird der Film zu abgedreht und krude sein.

Regisseur Dubini ließ wahre Begebenheiten in seinen Film einfließen, die er als Aufhänger nutzte. Er orientierte sich dabei an einem Unfall in einem Atomreaktor, der sich im Januar 1969 in der Schweizer Gemeinde Lucens tatsächlich ereignete. "Die innere Zone" spielt 57 Jahre nach dieser atomaren Katastrophe, die lange Jahre verschwiegen wurde und über die bis heute nicht viel bekannt ist. Schon die Einstiegssequenz des Films sorgt für Verwirrung aber auch getragene Melancholie. Wenn im Hintergrund warme Klänge einer Instrumentalversion der Metallica-Schmachtballade "Nothing else matters" zu hören sind und die Kamera zu schwelgerischen Fahrten über eine epische Schneelandschaft abhebt, dann sind das traumhafte, romantische Bilder und Momente, die den Zuschauer in den Bann ziehen. Als ganz so verträumt und schwelgerisch gestaltet sich der Rest des Films jedoch bei weitem nicht.

Vielmehr bedient sich Dubini einer düsteren Bildsprache und einer ziemlich vertrackten Handlung, um seine Geschichte von der psychisch labilen Psychologin zu erzählen, die in einer Art düsterer Parallelwelt - die finstere Tunnelbaustelle in den Schweizer Alpen - mit sich selber aber auch mit den Geheimnissen des mysteriösen Reaktorunfalls von 1969 konfrontiert wird. Ein Großteil des Films spielt sich daher in dunklen Räumen und Kammern ab, die für klaustrophobische Stimmung sorgen. Jeanette Hain spielt ihre Figur dabei noch am glaubwürdigsten und geerdet, während der Film ansonsten von einer Vielzahl abgedrehter, skurriler Paradiesvögel bevölkert wird, die zudem noch oft wirre, zusammenhanglose Inhalte von sich geben. Und dann kommt noch das Problem hinzu, dass man mit zunehmender Filmlänge immer schwerer zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden kann - ist das Gesehene real oder spielt sich alles im Kopf der verwirrten Wissenschaftlerin ab? David Lynch und David Cronenberg könnte dies gefallen.

Fazit: Schwer greifbarer, mitunter extrem wirrer Mix aus Drama und Science-Fiction mit einer starken Hauptdarstellerin und eine betörend-düsteren Bildsprache, die an die surrealen Bilderwelten eines David Lynch erinnert.




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