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Der Bauer und sein Prinz
Der Bauer und sein Prinz
© barnsteiner-film

Kritik: Der Bauer und sein Prinz (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Der Bauer und sein Prinz" liefert interessante, spannende Einblicke in die Zusammenarbeit von Prince Charles mit seinem Farm-Manager. Ausgestattet mit ausgewogenen, friedvollen Naturbildern und Landschaftsaufnahmen, gewährt der Film zudem einen ausführlichen Einblick in Arbeit und Arbeitsweisen der biologischen Landwirtschaft. Das Problem ist nur, dass er dies völlig kritiklos und einseitig tut. Im Film kommen ausschließlich Bio- und Öko-Befürworter zu Wort. Deshalb kann "Der Bauer und sein Prinz" durchaus auch als Werbefilm nicht für den bewussten Umgang mit der Natur sondern auch für Prince Charles selber, verstanden werden, der hier in besonders günstigem Licht als Retter der Natur erscheint.

"Der Bauer und sein Prinz" ist ein knapp 90-minütiger, farbenfroher und harmonisch bebilderter Werbe-Clip für die "Duchy Home Farm" und eine nachhaltige Landwirtschaft, die ein Umdenken vom Menschen in seinem Umgang mit Tier und Natur einfordert. Die Farm gehört zum "Highgrove House", dem Landsitz der britischen Königsfamilie in Gloucestershire, einer Grafschaft im Südwesten des Landes. Dort geschieht alles im Einklang mit der Natur. Umweltschutz und Naturbewusstsein sind hier die herrschenden Grundsätze. Es werden Schafe, Schweine, Hühner, Kühe und seltene Aberdeen-Angus-Rinder gezüchtet, die ein Leben in Zufriedenheit führen, ausgestattet mit reichlich Platz und bester Futter-Qualität.

Im Film erscheint die "Farm" als Oase im Grünen, was sie vermutlich auch ist, in der königliche Naturverbundenheit und Artenvielfalt gepflegt werden. Jahr für Jahr kommen die Besucher in Scharen, um sich vom Erfolg des besonderen Umwelt-Engagements zu überzeugen. Prince Charles will, dass sein Modell flächendeckend übernommen wird. Das Problem dabei ist nur, dass dies alles eher weniger mit der Realität zu tun hat. Einer Zeit, in der Landwirte und Farmer aufgrund des Konkurrenzkampfes und sinkender Preise für landwirtschaftliche Lebensmittel vor allem gewinnbringend und wirtschaftlich produzieren und denken müssen. Oder um es deutlicher zu formulieren: Nicht jede Bauernfamilie bringt das Geld und die Einflüsse der britischen Royals auf, um in die biologische Landwirtschaft einzusteigen.

Leider kommt dies in dem Film kaum zur Sprache, und wenn, dann nur am Rande in einem Nebensatz. Um Objektivität und eine stimmige, allumfassende Betrachtung der Thematik zu gewährleisten, hätte Filmemacher Verhaag auch die Gegenseite zu Wort kommen lassen müssen. Damit sind nicht unbedingt zwangsläufig Bio-Gegner gemeint, sondern ganz gewöhnliche Bauern, die von den realen Lebensbedingungen und ihrem Alltag hätten berichten können.

Fazit: Einseitiger, 90-minütiger Werbeclip für Prince Charles und seine ökologische, nachhaltige Landwirtschaftsnutzung, geschmückt mit idyllischen Natur-Impressionen.




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