VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Ricky - Normal war gestern
Ricky - Normal war gestern
© farbfilm verleih

Kritik: Ricky - Normal war gestern (2013)


"Ricky - normal war gestern" ist der neue Film von Cutter, Autor und Filmemacher Kai S. Pieck, der seit 1993 freiberuflich tätig ist und sich bisher vor allem einen Namen als Regisseur diverser Episoden der ZDF-Serie "Soko Köln" machte. Mit "Ricky" legt er nun seinen ersten Langfilm seit der 2002er-Biographie "Ein Leben lang kurze Hosen tragen" vor. "Ricky" ist ein mit sympathischen Darstellern gespickter, grundsolider Kinderfilm, der keine Risiken eingeht und mit seiner verträumten Bildsprache sowie den idyllischen Panoramaaufnahmen zum melancholischen Schwelgen einlädt.

Behutsam nähert sich Regisseur Pieck seiner niedlichen Hauptfigur und macht deutlich, mit welchen Problemen und Nöten sich ein zehnjähriger Junge, der kurz vor der Pubertät steht, so alles herumärgern muss. Da sind zum einen die finanziellen Sorgen der Eltern, die Einsamkeit und Langeweile des trostlosen Alltags innerhalb der dörflichen Einöde und natürlich die unvermeidliche emotionale Achterbahnfahrt: das erste Verlieben. Aufgrund dieser realen, uns allen bekannten Schwierig- und Unwegbarkeiten der Vor-Pubertät, die zudem authentisch und nicht zu überzogen dargestellt werden, behauptet sich Protagonist Ricky als ideale Identifikationsfigur. Für einige Lacher und noch mehr Schmunzler sorgt die Hauptfigur durch ihr selbstbewusstes, offenes Wesen dabei gleich selbst: Ricky ist ein wachsamer, aufgeweckter Junge, der nicht auf den Mund gefallen ist und alles hinterfragt.

Aufgrund der Tatsache, dass es in dem Dorf an adäquaten, gleichaltrigen Spielkameraden mangelt, erschafft sich Ricky seine eigene Traumwelt, die in erster Linie von seinem imaginären asiatischen Freund Xi Lao Peng bevölkert wird, mit dem Ricky fast täglich seine Kung-Fu-Fähigkeiten auszubauen versucht. In den ersten gut zwanzig Minuten dümpeln Film und Handlung ab und an ein wenig belang- und ereignislos vor sich hin, dies ändert sich aber mit dem Auftreten der geheimnisvollen, sensiblen Alex, in die sich tragischer weise beide Brüder verlieben. Pieck findet für seine liebenswürdige Grundidee vom verträumten, emotional verwirrten Jungen, der allerlei Probleme mit seinen Familienangehörigen durchstehen muss, eine passende, warme Bildsprache. Es bestimmen helle, warme Farbtöne die Szenerie und durch die gelben Kornfelder und die saftig grünen Wiesen entsteht beim Zuschauer eine angenehme Feel-Good-Tonalität. Hübsch sind zudem die sehenswerten, weiten Landschafts-Panoramen und die wunderschönen Kulisse des malerischen Thüringen geraten (gedreht wurde vor allem im in der Gemeinde Herschdorf im Ilm-Kreis).

Fazit: Grundsympathischer, warm bebildeter Kinder- und Familienfilm, der humorvolle Szenen mit ernsten Tönen und realistisch dargestellten Problemen des "Älterwerdens" verbindet.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.