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Kritik: Super Hypochonder (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Das Allroundtalent Dany Boon genießt in Frankreich den Status eines Superstars. Sein Hit "Willkommen bei den Sch'tis" lockte dort über 20 Millionen Zuschauer in die Kinos und entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten französischen Filme der letzten Jahre. Das Besondere an Boon ist, dass er in den vergangenen Jahren bei einigen seiner Filme auch immer wieder Regie führte und das Drehbuch gleich mitschrieb. So bei den "Sch`tis", "Trautes Heim, Glück allein" (2006), "Nichts zu verzollen" (2010) - oder jetzt bei seinem neuesten Streich, dem Genre-Wirrwarr "Super-Hypochonder", der zu keiner Zeit an die früheren Komödien von Boon heranreicht.

"Super-Hypochonder" hat das große Problem, dass er sich nicht zwischen den einzelnen Genres, die er anreißt, entscheiden kann - oder auch nicht will. Boon will zu viel, zu viel auf einmal. "Super-Hypochonder" soll gleichzeitig Verwechslungs-Komödie á la "Das Geheimnis meines Erfolgs" oder "The Chase", Romantic-Comedy und Actionfilm sein. In dem Wust an unterschiedlichen Stilen und Einflüssen scheitert Boon jedoch gnadenlos. Hinzu kommt, dass sich in der erste Hälfte des Films abgedroschene Kranken-Witze an unzählige, vorhersehbare Phobiker- und Hypochonder-Scherze reihen. Dazu noch eine gehörige Brise zu dick aufgetragener Klamauk und fertig ist das enttäuschende Endergebnis, das qualitativ Lichtjahre vom amüsanten, hintersinnigen "Willkommen bei den Sch`tis ist" entfernt ist.

Nach der Hälfte der Laufzeit vollzieht Boon in seiner Rolle als Wartezimmer-Rekordhalter dann einen radikalen Schnitt in Richtung der bereits angesprochenen Verwechslungs-geschichte. Story und Film sind fortan zwar weniger klamaukig, dafür aber immer absurder und viel zu überdreht. Vom Thema "Glaubwürdigkeit" hat sich Boon zu diesem Zeitpunkt ohnehin bereits längst verabschiedet. Da bleibt einem das Lachen des Öfteren schlicht im Halse stecken. Schlichtweg peinlich wird es, wenn Boon gegen Ende nochmals einen radikalen Stil- und Genrewechsel in Richtung Action vollzieht und in seinen Film noch eine Verfolgungsjagd und ein paar deftige Schießereien einbaut. Das macht den Genre-Salat endgültig ungenießbar.

Fazit: Überdrehte, unglaubwürdige Mischung aus Slapstick-Komödie, Verwechslungsfilm, Action und Romantik, bei der einem das Lachen im Halse stecken bleibt.




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