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Cerro Torre - Nicht den Hauch einer Chance
Cerro Torre - Nicht den Hauch einer Chance
© Red Bull Media House

Kritik: Cerro Torre - Nicht den Hauch einer Chance (2013)


Der Extremkletterer David Lamas war nicht der Erste, der sich an dem 3100 Meter hohen Berg versuchte. Er war jedoch der Erste, der den Cerro Torre frei erklettern wollte, ohne jegliche Hilfsmittel. Ende der 50-Jahre probierten sich zwei italienische Bergsteiger an ihm, dies gilt als der erste bekannte Versuch. Die Besteigung verlief äußerst tragisch, was mit zur Legendenbildung um den Gipfel beitrug: Einer der beiden Bergsteiger stürzte ab und starb, der andere - Cesare Maestri sein Name - kletterte weiter und erreichte den Gipfel, angeblich. Da die Kamera während der Kletter-Tour jedoch verloren ging, gab es dafür keinerlei Beweise, weshalb Maestri knapp zehn Jahre später einen weiteren Versuch unternahm. Mit der Hilfe von 360 Haken gelang ihm letztlich der Aufstieg. Das Kletter-Wunderkind David Lamas - das bisher jedoch lediglich an Indoor-Kletterwänden aktiv war - plante nun, den Gipfel im Freikletterstil zu erreichen. Die Vorbereitungen für dieses lebensgefährliche Unterfangen begannen 2009.

Der österreichische Regisseur Dirnhofer begleitete Lamas von Beginn an und wich ihm in den vergangenen Jahren kaum von der Seite. Sein Film "Cerro Torre" ist dabei nicht nur auf ungemein packende Weise Zeuge des spektakulären Abenteuers, sondern macht auch deutlich, wie sich die Persönlichkeit von Lamas im Laufe der Jahre wandelte. Dabei begann das Unternehmen "Cerro Torre" für ihn zunächst alles andere als erfolgreich. Die ersten beiden Versuche scheiterten: Beim ersten Mal war es seine Unerfahrenheit am Berg, die ihm den erhofften Aufstieg verwehrte. Beim zweiten Mal im Jahr darauf bediente sich Lamas einer abgesicherten Route, die einst Maestri mit einem Kompressor verbohrt hatte. 2012 dann der dritte Versuch: Und diesmal gelang der Aufstieg abseits der gesicherten Route, das kaum für mögliche gehaltene Unterfangen wurde trotz ungünstiger Wetterbedingungen Realität.

"Cerro Torre" spart auch die unglücklichen, negativen Aspekte und Seiten des Abenteuers nicht aus. So widmet sich der Film ausgiebig etwa dem Widerstand der weltweiten Alpin-Szene, die den Kletter-Tourismus im Allgemeinen kritisiert und eine "korrekte", moralisch vertretbare Art des Bergsteigens fordert. Daneben begeistert der Film mit atemberaubenden Aufnahmen der beeindruckenden Bergwelten Patagoniens. Sehenswert, nicht nur für Kletterfans und passionierte Bergsteiger.

Fazit: Waghalsige, spektakuläre Doku über ein lebensgefährliches Abenteuer, die mit atemberaubenden Naturaufnahmen punktet und die Faszination der Berge Patagoniens erfahrbar macht.





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