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5 Zimmer Küche Sarg
5 Zimmer Küche Sarg
© Weltkino Filmverleih

Kritik: 5 Zimmer Küche Sarg (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die Idee von "5 Zimmer Küche Sarg", auf humorige Art den Alltag einer Vampir-WG zu zeigen, stammt von den beiden Regisseuren des Films, den neuseeländischen Komikern Taika Waititi und Jemaine Clement. Ihr Debüt erlebte die Horror-Komödie auf dem diesjährigen Sundance-Filmfest, auf dem der Film frenetisch gefeiert wurde. Ebenso begeistert zeigten sich Kritik und Publikum bei der Berlinale, wenige Wochen später. Der im Stile einer gefälschten Dokumentation, also Mockumentary, gehaltene Film nimmt so ziemlich jedes gängige Vampir-Klischee genüsslich aufs Korn und besticht durch seine schrillen Charaktere und die vielen guten Gags, die sowohl in Form von geschliffenem Wortwitz als auch körperbetontem Slapstick, Ausdruck finden.

Lustvoll zieht "5 Zimmer Küche Sarg" fast jedes geläufige Vampir-Klischee durch den Kakao. Egal ob es die Angst vor Knoblauch oder Sonnenuntergängen ist (großartig die Szene, wenn sich die Vampire "aus sicherer Entfernung" einen Sonnenuntergang auf Youtube ansehen), das Verlangen nach frischem Menschenblut und hübschen Jungfrauen oder die Feindschaft zu Werwölfen sowie das jahrhundertelange Leben. Dabei bedient sich der Film auf pfiffige und ungemein ideenreiche Art und Weise der filmischen Mittel des Dokumentarfilms: der Film zeigt die WG sowohl bei ihrem täglichen Tun und Treiben (z.B. beim Abwasch oder dem Wohnungs-Putz), befragt seine Mitglieder in ausführlichen Interviews zum Leben in einer solchen Wohngemeinschaft und präsentiert altes Video-Material, mit dem man einen Blick zurück, zu den Anfängen und in verschiedene Lebensabschnitte der Vampire, werfen kann. So erfährt der Zuschauer auf diese Weise etwa von der Nazi-Vergangenheit eines Mitbewohners oder von einer tieftraurigen, herzzerreisenden Liebesgeschichte aus einem früheren Jahrhundert.

Das Kamerateam ist stets dicht bei den Vampiren und begleitet sie u.a. bei den ausgiebigen Streifzügen durch das Wellingtoner Nachtleben und die Club-Szene, bei der Jagd nach frischem Menschenblut oder dabei, wie sie sich vor den gefährlichen Vampir-Jägern verstecken und diesen immer einen Schritt voraus sind. Besonders gelungen ist dabei, dass die Charaktere sehr unterschiedlich und die einzelnen Eigenarten und Charakterzüge fein herausgearbeitet wurden. So steht jeder Mitbewohner im Prinzip stellvertretend für eine Art von Vampir, wie etwa dem noblen, edlen Vampir- (Vladislav) oder dem leicht arroganten Spaßvogel-Typus (Viago).

Fazit: Urkomische, vor ulkigen Ideen und faszinierenden Details übersprudelnde Horror-Parodie, im authentischen Doku-Stil gehalten.





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