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Kritik: Watermark (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Watermark" ist ein Gemeinschaftsprojekt der Regisseurin Jennifer Baichwal und des Fotografen Edward Burtynsky, die von dem Kameramann Nicholas de Pencier unterstützt werden. Der Film ist eine Fortführung ihrer Zusammenarbeit bei "Manufactured Landscapes", einem Dolkumentarfilm über die Arbeit von Edward Burtynsky. Dieser künstlerische Hintergrund der Beteiligten zeigt sich in "Watermark", in der großen visuellen Kraft des Films. Aus der Luft aufgenommene Landschaftspanoramen erscheinen wie gewaltigen abstrakte Ornamente. Statt eines klar definierten und abgegrenzten Themas, präsentiert "Watermark" eine lose Assoziationskette von Bedeutungsfeldern, die jeder auf seine Weise zu einem größeren Ganzen verknüpfen kann. Die Dokumentation nähert sich dem Begriff "Wasser" weniger auf intellektuelle, als auf emotionale Weise. "Watermark" baut ein komplexes Mosaik auf, das viele Leerstellen für eigene Gedanken und Assoziationen freilässt. Viele der gezeigten Bilder sind zudem stark ambivalent.

Die große Wirkung der Bilder wird zusätzlich durch eine oft tieffrequente Soundkulisse verstärkt. Hier zeigt sich die Verwandtschaft dieses Films mit Dokumentarfilmklassikern wie wie "Koyaanisqatsi” oder "Baraka”. Diese Filme entwerfen ebenfalls ein globales Bild der Beziehung zwischen Mensch und Natur, ohne eine eindeutige Aussage treffen zu wollen. Diese filmischen Vorbilder sind jedoch noch radikaler in der Weise, wie sie sich komplett aus rein assoziativen Bildercollagen aufbauen. "Watermark” versucht hingegen eine Synthese aus solch einer sehr sinnlichen und emotionalen Herangehensweise und aus einem eher klassischen Ansatz. So werden in den faszinierenden Bilderstrom immer wieder einzelne Interviewschnipsel eingestreut. Diese bringen jedoch zumeist keine nennenswerte inhaltliche Vertiefung und verbinden sich auch nicht immer optimal mit den poetischen Landschaftpanoramen. Ein echter Fehlgriff ist die Stelle, in der sich Edward Burtynsky selbst gemeinsam mit seinem deutschen Verleger Gerhard Seidl bei der Arbeit an dem Bildband "Water” zeigt. Zum Glück bleibt diese peinliche Schleichwerbung ein Einzelfall in einem ansonsten wunderschönen Film.

Fazit: Die bildgewaltige Dokumentation zum Thema Wasser, will nicht belehren, sondern selbst zum Nachdenken anregen, was ihr sehr gut gelingt.




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