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oder

FBW-Bewertung: Ich - Einfach Unverbesserlich 3 (2017)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: ICH, EINFACH UNVERBESSERLICH 3 knüpft an den zweiten Teil der erfolgreichen Filmreihe an: Cru ist ein ehemaliger Bösewicht, der durch drei Waisenkinder zum Helden und Agenten gegen das Böse geläutert wurde. In dieser bereits zweiten Fortsetzung eines etablierten Franchises, dem auch die beliebten Minions entspringen, muss er mit seiner taffen Frau und seinem tollpatschigen Zwillingsbruder gegen einen 80er-Jahre-Superschurken antreten, der LA mit einem Riesenroboter und Superkaugummi attackiert.
In bunten Bildkompositionen und einer originellen Figurenzeichnung thematisiert ICH, EINFACH UNVERBESSERLICH 3 den Familiengedanken und die mögliche Transformation zum Guten. Technisch ist er erstklassig gestaltet, die Tanzszenen gut choreographiert, die Farbdramaturgie ausgefeilt, zudem sind viele der verwendeten Zitate auch für Kinder verständlich.
Der Film formiert eine amüsante Attacke auf die Ikonen der modernen Popkultur aufgrund der Ablehnung, die der ehemalige Kinderstar in der Pubertät erfuhr. Er macht aus der Popkultur der 1980er Jahre, die jüngst ein Revival erlebt, einen Alptraum, der zugleich dekonstruiert wird. Viele dieser Ansätze lassen sich an dem originell gestalteten Gegenspieler verdeutlichen, der Klischees der 1980er Jahre ad absurdum treibt. Hier wird auch die Musik der Ära treffend integriert.
Die komplexe Mehrfachcodierung des Films, der u.a. Elternfürsorge als wesentliches Handlungsmotiv etabliert, macht ihn für ein großes Publikum interessant, vor allem Eltern mit ihren Kindern. Die inszenierte Destruktivität und das rasante Tempo könnten nach Ansicht der Jury allenfalls problematisch für ein sehr junges Publikum sein. Inhaltliche und charakterliche Ambivalenzen werden bis zum Ende konsequent gepflegt und grenzen sich sehr von der unbedingten Gutartigkeit anderer Animationsfilme ab.



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