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Über-Ich und Du
Über-Ich und Du
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Kritik: Über-Ich und Du (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Über-ich & Du" ist der erste Film des preisgekrönten Regisseurs Benjamin Heisenberg ("Schläfer", "Der Räuber") seit vier Jahren. Mit seinem neuesten Werk inszenierte der 39-jährige Tübinger ein mit dramatischen Momenten ausstaffiertes, vor lakonischem Humor strotzendes Buddy-Movie über das zufällige Zusammentreffen eines ungleichen Paares. Den Lebenskünstler und den berühmten Psychologen verkörpern der Österreicher Georg Friedrich und der Franzose André Wilms. "Über-ich & Du" ist eine skurrile, glänzend gespielte Dramödie und der mit Abstand bislang komischste Film von Heisenberg.

Die Genre-Zuordnung fällt nicht gerade leicht bei diesem wahnwitzigen und mit grotesken Protagonisten ausgestatteten Film. "Über-ich & Du" ist zunächst mal ein kluges Gaunerstück, das den auf die schiefe Bahn geratenen Klein-Gangster Nick ins Zentrum des Geschehens rückt. Der Film ist schon von Beginn an mit komischen Momenten und viel Situationskomik gespickt, zur Buddy-Komödie wird er aber endgültig, als Nick auf den zwischen Altersdemenz und Genialität changierenden Psychoanalytiker Curt Ledig trifft. Dazu kommen die vielen überraschenden Wendungen und eine immer wieder auftretende ironisierende Reflexion über den Themenkomplex "Psychotherapie".

Dass der Film so herausragend als makabere Tragikomödie über zwei Typen, die gegensätzlicher nicht sein könnten, funktioniert, liegt zuallererst an dem grandiosen Spiel der beiden Hauptdarsteller Georg Friedrich und André Wilms, die ein wahrhaft eigenartiges und bizarres Paar abgeben. Und so kommt es im Laufe des Films zu unzähligen Irrrungen, Wirrungen und Missverständnissen zwischen dem melancholischen, mit einem natürlichen französischen Akzent sprechenden Psychologen und dem naiven Gangster, der vor Spritzig- und Körperlichkeit nur so strotzt und sich stets an der Grenze zur Verhaltensauffälligkeit bewegt. Auch das Ende des Films gestaltet sich als besonders und abwegig und macht nochmals deutlich, wie herrlich abgedreht der Film als Ganzes daherkommt und dabei vorzüglich unterhält.

Fazit: Bizarres, vor abgedrehten Momenten nur so strotzendes Buddy-Movie mit zwei herrlichen Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten.





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