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An den Ufern der heiligen Flüsse
An den Ufern der heiligen Flüsse
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Kritik: An den Ufern der heiligen Flüsse (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Eine wundervolle Meditation über die größte Zusammenkunft der Welt" - so lautete das Urteil von Star-Regisseur Darren Aronofsky ("Black Swan") über den neuen Film des indischen Doku-Regisseurs Pan Nalin, "Faith Connections". Tatsächlich ist der Film über das größte religiöse Fest des Hinduismus (und gleichzeitig der gesamten Welt), das Kumbh-Mela-Fest, ein betörendes, kunterbuntes Erlebnis für die Sinne geworden, das in erlesenen Bildern die verschiedenen Riten und Facetten der Monumental-Veranstaltung deutlich macht. Die eingebaute unnötige Rahmenhandlung hätte es da nicht gebraucht.

Anders als z.B. in der vor wenigen Monaten in den Kinos gestarteten Reise-Doku "Fascinating India" widmet sich Regisseur Pan Nalin hier ausschließlich der Kumbh Mela und ihren Eigen- sowie Besonderheiten. Für gläubige Hindus ist die Kumbh Mela die heiligste aller Pilgerreisen. Beim letztjährigen Fest in der Stadt Allahabad (hier entstanden auch die Aufnahmen für "Faith Connections") waren an den 55 Tagen des Großereignisses insgesamt ca. 100 Millionen Menschen vor Ort. Zusätzlich besuchten noch etwa eine Millionen Touristen aus dem Ausland das Event. In den vergangen Jahren gaben sich zudem immer wieder auch Prominente wie Michael Douglas, Richard Gere oder der Dalai Lama selbst die Ehre. Der Hauptzweck der Kumbh Mela liegt in der rituellen Waschung in Allahabad, jenem Ort, an dem der Ganges und die Yamuna zusammenfließen, zwei im Hinduismus als heilig geltende Flüsse.

"Faith Connections" ist der erste kommerzielle, auch in europäischen Ländern startende Kinofilm, der sich ausschließlich der Kumbh-Mela widmet, die alle drei Jahre in einer der vier heiligen indischen Städte stattfindet. Gemeinhin geht das Gerücht um, das riesige Pilgerfest sei die einzige Menschenansammlung, die so gewaltig ist, dass man sie vom Mond aus sehen könne. Dies mag man bezweifeln, aber das von Filmemacher Nalin 2013 auf Zelluloid gebannte Fest hatte mit seinen knapp 100 Millionen Teilnehmern definitiv etwas Monumentales. Die ganze Gigantomanie der Veranstaltung fängt Nalin in überdimensionalen, wuchtigen Bildern ein. "Faith Connetions" zeigt die bunt bekleideten, nach exakten Vorgaben geschminkten Gläubigen bei ihren Riten, Gebeten und Fußmärschen.

Um der Kumbh-Mela und dem Film trotz des immensen Ausmaßes der Ereignisse eine persönlichere Note zu verliehen, lässt der Regisseur immer wieder einzelne Teilnehmer vor die Kamera treten, die von Nalin ausgiebig und oft mit individuellen, persönlichen Gegenständen ausgestattet, abgefilmt werden - ein geschickter inszenatorischer Schachzug, dessen sich Nalin hier bedient. "Faith Connections" bietet insgesamt einen umfassenden, spannenden Einblick in die kolossale, vor Superlativen strotzende Welt der Kumbh-Mela. Mit der überflüssigen Rahmenhandlung über eine Familie, deren jüngster Spross unter mysteriösen Umständen plötzlich verschwindet, stellt sich Nalin jedoch selber ein Bein. Absolut entbehrlich.

Fazit: Ausführlicher, spannender Einblick in das größte religiöse Fest der Welt, dessen überflüssige Rahmenhandlung den Gesamteindruck schmälert.




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