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2 Autumns 3 Winters
2 Autumns 3 Winters
© dejavu filmverleih

Kritik: 2 Herbste 3 Winter (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

"2 Herbste 3 Winter" ist das neue Werk des französischen Filmemachers Sébastien Betbeder, der hier seinen eigenen, gleichnamigen Kurzfilm zu einem 90-Minüter ausbaute. Betbeder, selber in den Dreißigern, arbeitet sich hier an den wichtigen Themen des Lebens ab, die vor allem für Menschen um die 30 eine tragende Rolle einnehmen - werden in jenem Lebensalter bzw. -abschnitt doch oftmals wesentliche Entscheidungen z.B. hinsichtlich Berufs- und Partnerwahl getroffen. Betbeder weiß genau, welche Inhalte und Aspekte für seine Zielgruppe zentral sind und wählt für die Vermittlung seiner (Lebens-) Botschaften den richtigen Mix aus amüsanten und tragisch-melancholischen Augenblicken.

Liebe, Beruf, Freundschaft, Tod - Regisseur Sébastien Betbeder nimmt sich in seinem neuesten Film all jene Themen vor, die vor allem für Menschen in den Dreißigern von oft zentraler Wichtigkeit sind. Es sind zumeist turbulente, ereignisreiche Jahre, in denen viele von uns wichtige Lebensentscheidungen treffen, die sich auf das gesamte restliche Dasein prägend auswirken - positiv wie negativ. Zu diesen Personen gehören auch die drei Hauptfiguren des Films: Arman, Amélie und Benjamin, die aufgrund ihres geerdeten Charakters allesamt sympathisch sind und sich gut als Identifikationsfiguren eignen. "2 Herbste 3 Winter" schildert auf amüsante und äußerst charmante Weise diese bedeutenden Jahre, in denen sich die Drei immer wieder begegnen.

Es entspinnt sich dabei ein bunter Reigen aus persönlichen Erinnerungen, kuriosen Ereignissen, peinlichen Dates und wahnwitzigen Zwischenfällen, mit denen die Figuren umgehen müssen. Besonders zu betonen sind dabei die vielen kurzweiligen Szenen leisen Humors, die nicht selten zum Fremdschämen einladen. Bestes Beispiel: Nachdem sich Arman und Amélie beim Joggen (im wahrsten Sinne des Wortes) über den Weg gelaufen sind und nach dem Zusammenstoß keiner so recht weiß, was er eigentlich sagen und wie man die unangenehme Situation ohne weitere Peinlichkeiten überstehen soll. Amélie fasst es sehr trefflich zusammen: "Ein blödes Gespräch". Dies bleibt nicht die einzige peinliche Situation, in die sich die beiden liebenswerten Tollpatsche hineinmanövrieren. Großartig: Als Amélie und Arman verschüchtert und unsicher nebeneinander auf der heimischen Couch sitzen und Blicke mehr sagen als tausend Worte.

Fazit: "2 Herbste 3 Winter" ist ein gelungenes Beispiel für ebenso anregendes wie nachdenkliches französisches Gefühls-Kino.




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