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Katakomben
Katakomben
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Katakomben (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Im Jahre 1998 hat der Film das "Blair Witch Project" den Found-Footage-Film ins Leben gerufen, der sich durch eine pseudo-dokumentarische Wackelkamera-Optik auszeichnet. Jetzt nehmen sich auch die durch mittelprächtige Horrorfilme wie "Quarantäne" (2008) und "Devil" (2010) bekannten Dowle-Brüder in "Katakomben" diesen Subgenre an. Der Found-Footage-Stil erscheint in diesem Film sinnvoll, da er die beabsichtigte dokumentarische Wirkung der Bilder unterstützt. Da Scarletts Suchtrupp gleich über mehrere Kameras verfügt, die zum Teil in die Helme eingebaut sind, werden diese Bilder zumeist schlüssig in den Film integriert. Zudem ist die Alchemie-Thematik, zwar keine brandneue, aber trotzdem eine interessante Idee, die durch den quasi-dokumentarischen Look zusätzlich unterstützt wird. Scarlett verbringt gerade zu Anfang viel Zeit mit der Entschlüsselung kodierter Schriften und mit dem Aufspüren geheimer Fallen. Hierdurch wirkt "Katakomben" lange mehr wie ein Abenteuerfilm, als wie ein Horrorfilm.

Es wäre gut gewesen, wenn die Dowle-Brüder ihre Geschichte konsequent auf dieser Linie weiterentwickelt hätten. Dass ursprünglich eher die Alchemie, als der später hinzutretende krude Geister-Grusel im Zentrum der Geschichte stand, deutet nach wie vor der englische Originaltitel des Films an. Der lautet "As above, so below" ("wie oben, so unten"), was ein zentraler Satz im alchemistischen Denksystem darstellt. Dieser Satz erlangt im Verlaufe der Handlung tatsächlich größere Bedeutung. Doch anstatt diesem interessanten Konzept zu vertrauen, reichern die Filmemacher ihre Geschichte um immer mehr zusätzliche und immer unsinniger erscheinende Elemente an. Am Ende treiben sich in den unterirdischen Gängen der Katakomben wesentlich mehr skurrile Gestalten herum, als zuvor oben in einem extravaganten Pariser Club. Nur wollen diese herumgeisternden Gestalten nicht so recht in eine Geschichte passen, die bis dahin noch einen verstärkten Wert auf Plausibilität gelegt hatte. Zudem entwickelt sich das Geschehen auf zunehmend willkürliche Art. Zuvor sorgfältig etablierte Erklärungen sind mit einem Schlage nichtig und vergessen. Leichter Spuk verwandelt sich in großen Humbug.

Fazit: "Katakomben" fängt recht gut an, vertraut dann jedoch nicht seiner eigenen Prämisse und fährt deshalb am Ende den Karren unnötig in den Dreck.




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