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Kritik: Wolf Creek 2 (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Fast zehn Jahre ist es nun her, dass Regisseur Greg McLean mit dem masochistischen Killer und Crocodile Dundee-Verschnitt Mick Taylor eine Ikone des modernen Slasher- und Torture Porn-Films schuf. Fast eine Dekade ließ sich McLean Zeit, um seinem brutalen Ani-Helden von damals nun erstmals eine Fortsetzung zu widmen, die noch weitaus ausgiebiger und rücksichtsloser auf die kranken, perphiden aber auch ungemein unterhaltsamen sadistischen Spielchen von Taylor eingeht und diesen filmischen Raum zugesteht. "Wolf Creek 2" ist dabei mindestens ebenso kompromisslos und mit knüppelharten Folter- und Slasher-Szenen ausgestattet wie Teil eins, nur liegt der Schwerpunkt diesmal nicht auf den bemitleidens-werten Touristen-Opfern sondern einzig auf Serienkiller Taylor, der von Beginn an im Mittelpunkt steht.

Im Prinzip wiederholt der zweite Teil das Erfolgsrezept des Erstlings von 2005, der ein vielfaches seines geringen Budgets an den internationalen Kassen einspielte. Wieso sich Regisseur McLean so lange Zeit ließ, weiß kein Mensch - seine Mischung aus spektakulären Landschaftsaufnahmen des australischen Hinterlands und brutalen Folterszene und ausgiebigen Verfolgungsjagden macht auch beim zweiten Mal einen Riesenspaß. Der größte Unterschied zum Original ist, dass McLean hier auf die ausgiebige Exposition der Rucksack-Touristen verzichtet. Diese stehen in Teil zwei nämlich nicht mehr im Mittelpunkt der Dramaturgie und der Erzählung, "Wolf Creek 2" bereitet einzig und allein seinem furchteinflößenden Outback-Killer eine blutige Bühne.

Das hat durchaus auch Vorteile, somit fühlt man nicht mehr mit derartiger Intensität mit den Opfern und kann sich zunehmend an den perversen Spielchen von Taylor "erfreuen" (vorausgesetzt natürlich, man bringt ein Faible für das Sub-Genre mit), da einem die Touristen aufgrund ihrer fehlenden Einführung einfach nicht sonderlich ans Herz gewachsen sind. Wer seine Freude an ausufernder, psychisch abnormer Torture Porn-Perversion im Stile eines "Hostel" oder "Saw" hat, kommt bei "Wolf Creek 2" auf jeden Fall auf seine Kosten - auch wenn der Film hierzulande in einer um drei Minuten geschnittenen Fassung in die Kinos kommt und sich wohl deutlich von der sehr viel blutigeren Ursprungsversion unterscheidet, die im vergangenen Jahr in Venedig ihre Premiere feierte und auch auf dem Fantasy Filmfest ungeschnitten zu sehen war.

Fazit: Um einige Slasher-Szenen beraubter Backwood-Horror, der trotzdem wieder packende Verfolgungsjadgen und blutige Folter-Szenen bietet. Für Fans in jedem Fall empfehlenswert.




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