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Rettet Raffi!
Rettet Raffi!
© MFA+ FilmDistribution e.K.

Kritik: Rettet Raffi! (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Kinderfilm "Rettet Raffi!" ist ein in Hamburg angesiedeltes Großstadtabenteuer, in dessen Zentrum ein entführter Goldhamster steht. Raffis Besitzer, der achtjährige Sammy, wächst förmlich über sich hinaus, um das Tier wiederzufinden. Regisseur Arend Agthe ("Flussfahrt mit Huhn") und seine Co-Autorin Bettina Kupfer, die auch in der Rolle der Ganoven-Freundin Miranda auftritt, haben ihr gleichnamiges Kinderbuch zu einer spannenden Kinogeschichte verfilmt. Obwohl sich viel tut und sowohl Sammy, als auch der Hamster in brenzlige Situationen geraten, behält der Film stets auch das Gefühl im Blick. So steckt hinter all dem Trubel das Drama eines Jungen, der seinen Vater schmerzlich vermisst.

Sammy hat eine liebevolle Mutter und eine nervige ältere Schwester. Aber mit seiner Sehnsucht nach dem Vater, der sich eine "Auszeit" genommen hat, fühlt er sich unerträglich allein gelassen. Diese Einsamkeit spiegelt sich in seiner hartnäckigen Suche nach dem entführten Goldhamster, die weder die Mutter, noch die Schwester nachvollziehen können. Sammy wird aktiv und zieht hinaus in die Stadt, die er sich schrittweise erschließt: Er lernt die verschiedensten Leute kennen und sammelt Selbstvertrauen. So wächst schließlich auch sein Verständnis für Mutter und Schwester. Der Film präsentiert über die Familie hinaus einen bunten Haufen weiterer interessanter und origineller Charaktere, der allerdings etwas zu groß geraten ist.

Rocky, der obligatorische Bösewicht, hat zwar nicht den höchsten Intelligenzquotienten, aber einen charmanten Akzent, Gemüt und ist zum Glück nicht ganz so tollpatschig geraten, wie seine Kumpane in vielen anderen Kinderfilmen. Eine Art Running Gag handelt von einem häufig herausgeforderten Pförtner (Dirk Martens) beim Studio Hamburg, der seinen Job ganz genau machen will. Alle Rollen werden sehr gut gespielt, in erster Linie aber bezaubert der ernste, natürliche Charme des Hauptdarstellers und Newcomers Nicolaus von der Recke.

Der abenteuerliche Parcours durch Hamburg führt häufig ins Hafengebiet und bietet auch eine aufregende Actionszene auf der Elbe. Raffi muss sich zeitweise ganz allein durchschlagen. Zu den spannendsten Szenen gehören jene, in denen das Tier von einer Katze verfolgt und bedroht wird. Diese Aufnahmen mit echten Tieren zeigen, dass es auf die Perspektive ankommt, ob etwas unscheinbar und harmlos, oder gefährlich und spektakulär wirkt. Die Realitätsnähe und das Interesse an den Figuren sorgen dafür, dass der Film trotz seines insgesamt stereotypen Verlaufs hübsche und auch immer wieder aussagekräftige Unterhaltung bietet.

Fazit: Der Kinderfilm über die Suche eines Jungen nach seinem entführten Hamster bietet ein spannendes Großstadtabenteuer mit Krimi-Atmosphäre. Die Geschichte besticht durch ihre Herzlichkeit und Realitätsnähe, ihre originellen Charaktere und die guten Darsteller.




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