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Everyday Rebellion
Everyday Rebellion
© www.everydayrebellion.com

Kritik: Everyday Rebellion (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Wir sind gewöhnliche Leute. Wir sind wie ihr", heißt es in dem Manifest der spanischen Protestbewegung Indignados, das zu Beginn von "Everyday Rebellion" in einem verschwörerischen Flüsterton zitiert wird. Und so wird auch gleich deutlich, dass die Regisseure Arash und Arman T. Riahi hier keinen distanzierten und kritischen Blick auf den politischen Aktivismus unserer Zeit werfen, sondern durchweg mit den Helden ihres Films und deren unterschiedlichen Beweggründen sympathisieren. Immer wieder werden aus dem Off Textpassagen aus politischen Programmen vorgetragen, die die dokumentarischen Filmaufnahmen von Demonstrationen und politischen Aktionen noch eindrücklicher wirken lassen und die dabei stets an ein starkes Gemeinschaftsgefühl appellieren.

Dieses Gefühl von Zusammengehörigkeit beobachten die Filmemacher nicht nur innerhalb der einzelnen Protestbewegungen, die sie in New York, Madrid und Teheran begleiten. Über die Montage werden die weltweiten Demonstrationen und Kundgebungen zudem kurzgeschlossen: Nur ein Schnitt scheint den Widerstand der Occupy-Bewegung von dem der Grünen Bewegung im Iran oder den Indignados in Spanien zu trennen, die Stimmen der Rebellen und Revolutionäre verschmelzen auf der Tonspur zu einem einzigen großen Chor, der nach Gerechtigkeit verlangt.

Im überzeugten Eintreten für gewaltfreien Widerstand und den unbedingten Glauben an die Möglichkeit für eine bessere Welt liegt sicherlich die Stärke von "Everyday Rebellion". Vor allem emotional packt der Dokumentarfilm der Brüder Riahi und überzeugt mit bewegenden, witzigen und auch schockierenden Aufnahmen vom Kampf seiner friedfertigen Helden. Zugleich ist die intensive Emotionalisierung aber auch die große Schwäche des Films, denn in der undistanzierten Beschwörung einer einträchtigen und global vernetzten Protestwelle, bleibt allzu vieles oberflächlich. An konkreten politischen Inhalten und Forderungen zeigen die beiden Regisseure ebenso wenig Interesse wie an einer Kontextualisierung der einzelnen, über den Erdball verstreuten Konflikte. Im Dienste der guten Botschaft, sich gegen Unrecht aufzulehnen, opfert "Everyday Rebellion" so jede Komplexität und gibt Widerspruch und durchaus berechtigter Kritik an den im Film porträtierten Protestformen keinen Raum.

Fazit: "Everyday Rebellion" ist ein intensiver und emotional packender Dokumentarfilm über aktuelle Protestbewegungen und deren gewaltfreien Widerstand. Wegen der oberflächlichen und einseitigen Annäherung an das Thema hinterlässt der Film einen zwiespältigen Eindruck und wirkt letztlich wie ein überlanger Werbespot für die gute Sache.





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