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Was bin ich wert? (2014)

Roadmovie durch die Welt der Menschenwertberechner: Der Mensch ist unbezahlbar, heißt es. Und doch behaupten Experten in aller Welt, den Geldwert eines Menschenlebens genau kalkulieren zu können. Sie rechnen im Namen ihres Staates, für Versicherungen, Gesundheitsbehörden, das Militär oder ihren eigenen Profit...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
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Mit seinen beinahe 50 Jahren beginnen den Filmemacher Peter Scharf existenzielle Sorgen zu plagen: Ein Fußleiden macht ihm zu schaffen und lässt den Freiberufler um seine berufliche Zukunft bangen. In Sachen Rente ist der Dokumentarfilmer zudem unterversichert und der kleine Sohn muss ja auch noch einige Jahre versorgt werden, bis er auf eigenen Beinen stehen kann. Scharf fühlt sich wie eine Aktie, deren Kurs unaufhaltsam fällt, und fragt sich: Was bin ich eigentlich noch wert? Um Antworten auf diese Frage zu finden, reist er rund um den Globus und trifft dabei auf die unterschiedlichsten Menschen. Sie alle setzen sich damit auseinander, was Menschen nach kapitalistischen Maßstäben wert sind, oder mussten bereits am eigenen Leib erfahren, wie ihr Leben oder Teile ihres Körpers ökonomisch verwertet wurden. Von einem deutschen Professor für Betriebswirtschaft lässt Scharf sich eine Formel zur Berechnung des sogenannten Humankapitals erläutern, während der US-amerikanische Anwalt Kenneth Feinberg darlegt, nach welchen Kriterien unter seiner Leitung die Opfer vom 11. September finanziell entschädigt wurden. Aber ebenso spricht der Dokumentarfilmer mit einer Ukrainerin, die ihre Haare verkauft, und Männern, die Opfer von illegalem Organhandel wurden und unfreiwillig ihre Nieren hergeben mussten.

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Inspiriert durch das gleichnamige Sachbuch von Jörn Klare und angetrieben von persönlichen Überlegungen begibt sich Peter Scharf in seinem Dokumentarfilm "Was bin ich wert?" auf eine Reise um die Welt, auf der es ihn von Saarbrücken in die Ukraine, über nach New York bis nach Glasgow verschlägt. Ein roter Faden lässt sich dabei nur selten ausmachen und so sprunghaft hier die Orte gewechselt werden, so zusammenhanglos bleibt der Film auch in dramaturgischer und inhaltlicher Hinsicht. Die Frage nach dem eigenen Wert und dem Wert eines Menschen im Allgemeinen wird so zum Aufhänger für ein Sammelsurium von skurrilen Anekdoten, die meist heiter, bisweilen auch tragisch vom Kapitalismus unserer Tage erzählen.

Als Klammer, die das alles zusammenhalten soll, dient dabei vor allem die Person Peter Scharf an sich. Denn der Filmemacher ist hier nicht bloß als Regisseur und Drehbuchautor tätig, er macht sich auch gleich selbst zum Protagonisten seines Films. Wie in vielen aktuellen Dokumentarfilmen belässt es auch Scharf nicht dabei, aus dem Off zu kommentieren, sondern thematisiert auch ausgiebig seine eigene Biografie. Nicht ohne Ironie lässt er sich etwa beim Versuch filmen, sein schütteres Haar oder seine langsamen Spermien zu Geld zu machen, sogar bei einer Fußoperation ist die Kamera mit dabei. Man kann das durchaus amüsant finden, wie der Regisseur hier mit unaufgeregtem Tonfall und zu lakonischer Gitarrenmusik sein Dasein vorführt, als Bindeglied zwischen den einzelnen Episoden taugt diese banale Nabelschau aber nicht.

Besonders vor dem Hintergrund der erschütternden Schicksale, denen sich "Was bin ich wert?" zum Teil widmet, wirkt diese stark an die eigene Person geknüpfte Herangehensweise oftmals deplatziert und zynisch. Die traumatischen Erlebnisse von Opfern des illegalen Organhandels oder von Überlebenden des Schiffsunglücks der Costa Concordia werden in ihrer Bedeutung immer wieder relativiert, wenn Scharf diese Ereignisse mit der gleichen munteren Unbefangenheit anspricht wie das eigene Wehwehchen am Fuß.

Auch wenn einzelne Episoden und ihre Protagonisten durchaus interessant sind, bleibt doch der Eindruck, dass sich die individuellen Teile dieses Dokumentarfilms nie zu einem großen Ganzen verbinden wollen. Zu oberflächlich und unreflektiert bleibt Scharfs filmische Wertbestimmung, seine Interviews zeichnen sich vor allem durch Redundanz und Wiederholungen aus. Relevante Fragen, die sich für mehr als hypothetische Zahlenwerte interessieren, stellt der Filmemacher keine.

Fazit: "Was bin ich wert?" ist ein in seiner Herangehensweise bedenklich naiver Dokumentarfilm, der sein Thema nur oberflächlich betrachtet und letztlich nicht viel mehr bietet als eine banale Nabelschau seines Regisseurs.




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Land: Deutschland
Jahr: 2014
Genre: Dokumentation
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 09.10.2014
Regie: Peter Scharf
Verleih: W-Film

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